Versorgungsmonitor Heilmittel

 

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

 

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.  

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

 

Aktuell: 3. Quartal 2019

Im ersten und zweiten Quartal 2019 waren bundesweit die Anzahl der Verordnungen und der Behandlungseinheiten in allen Heilmittelbereichen deutlich gestiegen. Erstaunlicherweise geschah dies ausgehend von einem Tiefstand im 4. Quartal 2018. Die standardmäßig im Heilmittelinformationssystem kumulierten Zahlen für das dritte Quartal 2019 zeigen eine Abflachung dieses Anstiegs, was darauf hindeutet, dass im 3. Quartal die Zahl der Behandlungseinheiten wieder rückläufig war. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man die Zahlen pro Quartal separat betrachtet. (Abb.1 bis 4). In den Leistungsbereichen der Physiotherapie und der Logopädie gingen die Quartalszahlen der erbrachten Behandlungseinheiten größtenteils unter das Niveau der Vorjahre zurück.

Auffällig bleiben weiterhin große regionale Unterschiede in der Versorgung. Während das Defizit bei den Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten in Hamburg in allen Heilmittelbereichen im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen hat, war in anderen Bundesländern weiterhin ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Allerdings ging die Zahl der Behandlungseinheiten auf Basis der reinen Quartalszahlen nicht nur im Bundestrend zurück. Auch in Mecklenburg-Vorpommern fiel die Anzahl der Behandlungseinheiten etwa auf das Niveau des dritten Quartals 2018.

Insgesamt zeigen die Zahlen keine nachhaltige Trendwende zu höheren Versorgungsquoten in der Heilmittelversorgung. Der teilweise deutliche Anstieg aus dem ersten und zweiten Quartal 2019 könnte tatsächlich als eine Vorwegnahme von Behandlungen vor dem Inkrafttreten der bundeseinheitlichen Höchstpreise zum 1.7.2019 (https://www.gkv-heilmittel.de/fuer_heilmittelerbringer/heilmittelpreise/heilmittelpreise.jsp) interpretiert werden. Genaueres werden eventuell die Daten aus dem vierten Quartal zeigen.

 

 

Physiotherapie 3. Quartal 2019

Ergotherapie 3.Quartal 2019

Logopädie 3. Quartal 2019

Podologie 3. Quartal 2019

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26890cookie-checkMengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019