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Krisenmanagement in der Heilmittelversorgung muss jetzt Finanzhilfen und Aussetzung von Prüfpflicht und Retaxierungen beinhalten.

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Wöchentliche Kurzumfrage zur Situation der Heilmittelversorgung

Wir starten Samstag den 14.03.2020 eine Kurzumfrage die als Serie wöchentlich wiederholt wird. Wir möchten damit die Situation der Patientenversorgung durch Heilmittel darstellen.

Hier geht es zur Umfrage:

Kurzumfrage: Auswirkungen des Sars-CoV-2 auf die Heilmittelversorgung

Durch die aktuelle Situation in Bezug auf COVID – 19 wird auch die Versorgung im Heilmittelbereich vor große Herausforderungen gestellt.
Gerade die Versorgung von Risikopatienten bedarf einer sehr genauen und individuellen Betrachtung. Dies kann von besonderen Schutzmaßnahmen einzelner Räume bis zur Planung von Hausbesuchen mit entsprechenden Vorbereitungen gehen. Gerade bei der Einhaltung von Fristen kann es so zu vielen Problemen kommen, beispielsweise wenn Quarantäne-Vorschriften eingehalten werden müssen.

Aussetzen der Prüfpflicht zur Entlastung der Patientenversorgung

Ein Aussetzen der Prüfpflicht würde hier die Therapiepraxen entlasten und vor allen Dingen unnötige Kontakte speziell in den Arztpraxen vermeiden. Es ist nicht zwingend logisch Schulen zu schließen und zu einem Verzicht auf soziale Kontakte aufzurufen und gleichzeitig ein absehbar größeres Korrekturvolumen für Heilmittelverordnungen zu tolerieren.

Zusätzlich würde eine zumindest zeitliche begrenzte Aussetzung von Retaxierungen, die durch den Verzicht von Prüfungen automatisch notwendig wird, den Therapiepraxen etwas mehr Planungssicherheit in einer ohnehin schwierigen Finanzsituation garantieren.

Gerade im Bereich der Heilmittelversorgung sind die Leistungserbringer in der Vergangenheit kaum in der Lage gewesen, Rücklagen zu bilden und dementsprechend besonders anfällig, wenn durch äußere Umstände plötzlich massiv Umsätze einbrechen. Krankenkassen sollten erkennen, dass in dieser Situation eine Erhöhung der Zahlungsfrist für Heilmittelrechnungen auf 42 Tage eher kontraproduktiv ist.
Durch die zu erwartenden Umsatzeinbußen, die durch die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Neuerkrankungen mit dem Sars-CoV-2 Virus zwangsläufig zu erwarten sind, darf nicht die Existenz der meist kleinen Therapiebetriebe gefährdet werden, denn diese bilden die Grundstruktur für eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Patientenversorgung.
Verdi hat in einer aktuellen Veröffentlichung auf die Situation der Solo-Selbständigen hingewiesen, die sich in vielen Punkten auf kleine Praxen überragen lässt.

Politik und Heilmittelverbände sind hier gefordert Regelungen für bereits in Aussicht gestellte Finanzhilfen zu treffen und diese möglichst unbürokratisch und verlässlich den Leistungserbringern zukommen zu lassen. Einheitliche und verlässliche Informationen dazu sind besonders wichtig.

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21570cookie-checkKrisenmanagement in der Heilmittelversorgung