Das statistische Bundesamt führt in seiner Gesundheitspersonalrechnung die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse in den einzelnen Gesundheitsfachberufen auf. In einigen Publikationen wird fälschlicher Weise von der Anzahl der Beschäftigten gesprochen. In der Beschreibung der Methodik wird wörtlich darauf hingewiesen:

„Unter den Beschäftigten werden Beschäftigungsfälle nachgewiesen, so dass Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen auch mehrfach gezählt werden. (…) Zu den Beschäftigten rechnen im Einzelnen Selbständige, mithelfende Familienangehörige, Beamtinnen/Beamte, Angestellte, Arbeiterinnen/Arbeiter, Personen im Bundesfreiwilligendienst, Zivildienst oder freiwilligen sozialen Jahr sowie Praktikantinnen/Praktikanten. Den Beschäftigten werden auch zugeordnet: Erkrankte, Personen, die Übungen bei der Bundeswehr ableisten und alle sonstigen vorübergehend Abwesenden, Streikende und von Aussperrung betroffene Personen, solange das Arbeitsverhältnis nicht gelöst ist.“ (https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Qualitaetsberichte/Gesundheit/gesundheitsersonalrechnung.pdf?__blob=publicationFile&v=5)

Vergleicht man die Zahlen in dem kurzen Zeitraum von 2012 bis 2017, so wird deutlich, dass die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten (die vermutlich auch den größten Teil der Selbständigen beinhalten) nur geringfügig zugenommen hat. Der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit, oder auf Geringfügigkeit hat dagegen stark an Bedeutung gewonnen. Speziell immer mehr ältere Beschäftigte fallen in diese Kategorie. So waren in der Physiotherapie 2012 noch 20.000 Beschäftigungsverhältnisse in der Altersgruppe 50-59 Jahre gemeldet, 2017 waren es schon 32.000. In der Altersgruppe über 60 Jahre stieg die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse von 6.000 auf 11.000. Auffällig ist auch, dass in der Physiotherapie die Zahl der Vollzeitbeschäftigungen in der Altersgruppe von 40-49 Jahre um 5.000 gesunken ist, bei der Teilzeitbeschäftigung hingegen um 2.000 anstieg.

Generell könnten sich in diesen Zahlen auch geänderte Erwartungen an die Arbeitszeit und die Work-Life-Balance widerspiegeln. Zumindest wird deutlich, dass sich die Therapeutinnen und Therapeuten mit den Anforderungen einer alters- und alternsgerechten Arbeitsgestaltung verstärkt auseinandersetzen müssen, denn auf die Arbeitskraft der älteren Berufsangehörigen wird man in der Patientenversorgung in den nächsten Jahren nicht verzichten können.

Eine Prognose für die Zukunft ist nur schwer zu treffen, denn sicherlich werden durch die möglichen Honorarsteigerungen unterschiedliche Effekte einsetzen. Einerseits kann eine deutlich bessere Vergütung Beschäftigte, die nur teilzeitbeschäftigt sind, dazu motivieren die Stundenzahl zu erhöhen, andererseits werden Beschäftigte, die mehrfachbeschäftigt sind, vermutlich ihre Arbeitsbelastung reduzieren. Die ersten Effekte werden jetzt im Jahr 2020 zu beobachten sein, bis 2019 wird der Trend zu mehr Beschäftigungsverhältnissen durch erneutes Wachstum im Teilzeitbereich anhalten. Gleichzeitig wird in diesem Jahr vermutlich ein spürbarer Druck durch eine größere Zahl von Renteneintritten auf dem Arbeitsmarkt zu verzeichnen sein.

15160cookie-checkHoher Anteil von Teilzeitarbeit und alternde Beschäftigte in den Therapieberufen