Heilmittel – die Stunde der Selbstverwaltung

Nachdem Bundesgesundheitsminister Spahn in seinem „Facebook-Live“-Auftritt den Hoffnungen der Therapeutinnen und Therapeuten auf einen zweiten Rettungsschirm vorerst eine Absage erteilte, schlägt jetzt die Stunde der Selbstverwaltung.

Ein Kommentar von Volker Brünger

Die Krankenkassen, die die Versorgung ihrer Versicherten mit Heilmittelleistungen sicherstellen müssen, kennen die Probleme der Therapeutinnen und Therapeuten. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass aufgrund der Abrechnungsmodalitäten das größte Liquiditätsproblem in den Praxen noch bevorsteht und sie stehen im direkten Kontakt mit ihren Verhandlungspartnern auf Seiten der Heilmittelerbringer.

Es dürfte auch kein Geheimnis sein, dass Therapie aktuell durch Einhaltung der Hygienestandards und des Angebotes von Videotherapie organisatorisch deutlich aufwändiger und teurer ist, als dies in den Rahmenverträgen abgebildet wird.

Die Krankenkassen wissen um die Bedeutung der Heilmittelversorgung aktuell bei der Versorgung von Intensivpatienten und später bei der Rehabilitation von Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Sie wissen wie wichtig es ist, die Versorgungsstrukturen zu schützen, damit Patienten auch nach der Krisenzeit behandelt werden können.
Es wäre jetzt ein starkes Signal für eine Selbstverwaltung, die auch in Krisenzeiten handlungsfähig ist, wenn Krankenkassen proaktiv ihre Partner unterstützen und dadurch die Bereitstellung von Versorgungsstrukturen sichern.

Dazu braucht es nicht die Politik oder den guten Willen eines Ministers.

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