GKV-HIS – Nach Datenpanne offene Fragen zur Plausibilität

GKV-HIS – Nach Datenpanne offene Fragen zur Plausibilität

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

Nach Datenpanne neu veröffentlichte HIS-Zahlen

Der GKV Spitzenverband hatte die Veröffentlichung der Zahlen, auf die wir uns in unserem Bericht am 13. Januar bezogen hatten, zurückgezogen und nun die korrigierte Fassung veröffentlicht. Leider wurden die Korrekturen seitens der GKV bisher nicht kommentiert, so ist aktuell nicht zu bewerten, welche Auswirkungen die Datenpanne auf frühere Veröffentlichungen hat.

Die nun vorliegenden Zahlen belegen zwar den erwarteten Einbruch während der Pandemie, allerdings ist der Rückgang deutlich geringer, als nach den zuvor veröffentlichten Zahlen zu vermuten war. Die Behandlungszahlen sind in allen Bereichen jetzt mehr als doppelt so groß als in der ersten Version. Es scheint also bei der Übermittlung der Zahlen eine Datenpanne von erheblichem Ausmaß gegeben zu haben, die erst nach der Veröffentlichung bemerkt wurde.

Im Detail scheinen die nun veröffentlichten Daten trotzdem nicht plausibel zu sein. Wir hatten im Bericht vom Januar darauf hingewiesen, dass speziell bei älteren Patienten die Zahl der Behandlungseinheiten stark zurückgegangen war. Dies war für uns plausibel, da in allen Umfragen auf die eingeschränkte Zugänglichkeit in Pflegeeinrichtungen hingewiesen wurde. Die korrigierten Zahlen weisen nun einen Anstieg der Behandlungseinheiten bei älteren Patienten zum ersten Quartal 2020 aus (Abb.6). Dieser Anstieg ist für uns nicht plausibel nachvollziehbar.

Auch für die Podologie werden nun Zahlen ausgewiesen, die einen pandemiebedingten Einbruch der Behandlungszahlen nahezu ausschließen. Natürlich bilden die HIS-Zahlen immer nur einen Trend ab und können durch unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten auch teilweise nur zeitverzögert das Versorgungsgeschehen abbilden, dennoch stellt sich die Frage, ob die HIS-Zahlen für ein Monitoring der Versorgung generell verwertbar sind.

Abb.1

Abb.2

Abb.3

Abb.4

Abb.5 Bruttoumsatz in Tsd. 1. und 2. Quartal 2020, GKV-HIS Quartalsberichte, eigene Darstellung

Anzahl Behandlungseinheiten – korrigierte HIS Werte  ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen)

Abb. 6 Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen), GKV-HIS, Quartalsberichte, eigene Darstellung

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 2. Quartal 2020

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 2. Quartal 2020

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

Abb.5 Bruttoumsatz in Tsd. 1. und 2. Quartal 2020, GKV-HIS Quartalsberichte, eigene Darstellung

Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen)

Abb.6 Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung  (Bund / absolute Zahlen), GKV-HIS, Quartalsberichte, eigene Darstellung

Weiterer Ausblick auf das Jahr 2020

Die vorläufigen Rechnungsergebnisse der GKV (KV 45), die für das 3. Quartal bereits veröffentlicht wurden, deuten auf eine Erholung der Versorgungssituation hin. Wie deutlich auf Ebene der geleisteten Behandlungseinheit diese Erholung ausfällt und wie sich der erneute Lockdown zum Ende des Jahres ausgewirkt hat, wird anhand der öffentlich zugänglichen Statistiken vermutlich erst Mitte diesen Jahres zu beziffern sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 1. Quartal 2020

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 1. Quartal 2020

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

Weiterer Ausblick auf das Jahr 2020

Die vorläufigen Rechnungsergebnisse der GKV (KV 45), die für das 2. Quartal bereits veröffentlicht wurden, deuten auf den pandemiebedingten Einbruch in der Heilmittelversorgung hin. Wie stark dieser Einbruch tatsächlich bisher ausgefallen ist, wird anhand der öffentlich zugänglichen Statistiken vermutlich erst Mitte des nächsten Jahres zu beziffern sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 4. Quartal 2019

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 4. Quartal 2019

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

4. Quartal 2019 beziffert das Volumen des Corona-Rettungsschirms

 Besonders mit Spannung wurden die Zahlen des GKV-HIS im Hinblick auf die Umsätze des 4. Quartals erwartet, da diese die Grundlage für die Höhe des Rettungsschirms für Therapiepraxen bilden. Hier kam es wie erwartet zu einem deutlichen Umsatzanstieg aufgrund der bundeseinheitlichen Höchstpreise. (Abb.5)

Mit 40% des Umsatzes aus dem 4. Quartal liegt das Volumen des Rettungsschirms somit bei rund 918 Millionen €. Insofern war das Abstimmen des Rettungsschirms nur auf das 4. Quartal besser für die Leistungserbringer als eine Berechnung auf Grundlage eines Quartalsdurchschnitts aus dem Jahr 2019. Dann hätte das Volumen der Hilfsmaßnahmen „nur“ ca. 866 Millionen € betragen.

 

 

Abb. 5 Brutto-Umsatz je Quartal (eigene Berechnung auf Grundlage GKV-HIS Quartalsberichte Bund 2019)

Erster Ausblick auf das Jahr 2020

 

Einen ersten Vorgeschmack auf die Versorgungssituation unter dem Einfluss der Corona-Pandemie zeigt die Statistik KV 45 der GKV, die schon für das 1. Quartal vorliegt.

Wie die Abb. 1-4 zeigen, war das 1. Quartal in den letzten Jahren immer stärker als das 4. Quartal des Vorjahres. 2020 kam es zu einem Umsatzrückgang von 10,24% auf Basis gleicher Preise. Folglich wird auch die Behandlungsmenge entsprechend rückläufig gewesen sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Versorgungsmonitor Heilmittel

 

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

 

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.  

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

 

Aktuell: 3. Quartal 2019

Im ersten und zweiten Quartal 2019 waren bundesweit die Anzahl der Verordnungen und der Behandlungseinheiten in allen Heilmittelbereichen deutlich gestiegen. Erstaunlicherweise geschah dies ausgehend von einem Tiefstand im 4. Quartal 2018. Die standardmäßig im Heilmittelinformationssystem kumulierten Zahlen für das dritte Quartal 2019 zeigen eine Abflachung dieses Anstiegs, was darauf hindeutet, dass im 3. Quartal die Zahl der Behandlungseinheiten wieder rückläufig war. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man die Zahlen pro Quartal separat betrachtet. (Abb.1 bis 4). In den Leistungsbereichen der Physiotherapie und der Logopädie gingen die Quartalszahlen der erbrachten Behandlungseinheiten größtenteils unter das Niveau der Vorjahre zurück.

Auffällig bleiben weiterhin große regionale Unterschiede in der Versorgung. Während das Defizit bei den Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten in Hamburg in allen Heilmittelbereichen im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen hat, war in anderen Bundesländern weiterhin ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Allerdings ging die Zahl der Behandlungseinheiten auf Basis der reinen Quartalszahlen nicht nur im Bundestrend zurück. Auch in Mecklenburg-Vorpommern fiel die Anzahl der Behandlungseinheiten etwa auf das Niveau des dritten Quartals 2018.

Insgesamt zeigen die Zahlen keine nachhaltige Trendwende zu höheren Versorgungsquoten in der Heilmittelversorgung. Der teilweise deutliche Anstieg aus dem ersten und zweiten Quartal 2019 könnte tatsächlich als eine Vorwegnahme von Behandlungen vor dem Inkrafttreten der bundeseinheitlichen Höchstpreise zum 1.7.2019 (https://www.gkv-heilmittel.de/fuer_heilmittelerbringer/heilmittelpreise/heilmittelpreise.jsp) interpretiert werden. Genaueres werden eventuell die Daten aus dem vierten Quartal zeigen.

 

 

Physiotherapie 3. Quartal 2019

Ergotherapie 3.Quartal 2019

Logopädie 3. Quartal 2019

Podologie 3. Quartal 2019

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Aktuelle Situation in der Heilmittelversorgung – 17.03.2020

Aktuelle Situation in der Heilmittelversorgung – 17.03.2020

Aktuelle Situation in der Heilmittelversorgung Stand 17.03.2020

Unsere aktuelle Umfrage in Betrieben der Heilmittelversorgung zeigt, dass es schon in der letzten Woche zu deutlichen Therapieausfällen gekommen ist. Für die Woche vom 9.-14. März würden wir aufgrund der Daten die Ausfälle mit 20 bis 25% durchschnittlich beziffern. Am kommenden Wochenende starten wir dazu eine neue Befragung, um ein aktuelles Bild zu bekommen.

Doch die Probleme in der Heilmittelversorgung scheinen aktuell noch tiefgreifender zu sein. Sehr viele TherapeutInnen oder PraxisinhaberInnen machen sich große Sorgen um die Sicherheit ihrer Patienten. Aktuell wird als zweithäufigster Grund für Therapieausfälle angegeben, dass Terminabsagen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten geplant werden, insbesondere dann, wenn es um Risikopatienten oder auch deren Angehörige geht.

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Robert - Koch - Institut stuft Gesundheitsrisiko "hoch" ein

Das Robert-Koch-Institut hat heute seine Risikoeinschätzung für Deutschland auf „hoch“ heraufgesetzt. Viele TherapeutInnen fühlen sich verpflichtet im Sinne des Schutzes der Bevölkerung zu handeln und ihren Beitrag zu leisten, die Kurve von Neuinfektionen möglichst flach zu halten.

Dilemma in der Versorgungsrealität

Auf Anweisung der Bundesregierung sind alle Einrichtungen des Gesundheitswesens offen zu halten und besondere Hygienemaßnahmen zu beachten. Nimmt man den Stellenwert der Therapieberufe innerhalb der Gesundheitsversorgung ernst, so ist die Intention der Bundesregierung zur Aufrechterhaltung der Versorgung auch auf den Heilmittelbereich übertragbar. In der aktuellen Versorgungsrealität gibt es zwei unterschiedliche Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Auf der einen Seite steht der berechtigte Anspruch der TherapeutInnen die PatientInnen und auch sich selbst vor den Folgen einer Ausweitung der Corona-Pandemie zu schützen. Auf der anderen Seite gilt der professionelle Anspruch an diese Berufsgruppen zur Aufrechterhaltung der Versorgung, wohlgemerkt dort, wo es sinnvoll ist. Augenscheinlich ist dieses Dilemma neu, vielleicht auch deshalb, weil die Heilmittelberufe noch nicht richtig in der Gesundheitsversorgung verortet sind und mitgedacht werden. Aus Patientensicht ist die Auflösung des Dilemmas etwas einfacher. Das Robert-Koch-Institut rät zur Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen. Die TherapeutInnen müssen durch Schulungen und konkrete Handlungsempfehlungen in die Lage versetzt werden diese Maßnahmen umzusetzen und damit die Versorgung aufrecht zu erhalten. Ebenso müssen entsprechende Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung bevorzugt für Betriebe zugänglich gemacht werden. Wenn dann TherapeutInnen trotzdem Verantwortung übernehmen und Betriebe schließen oder nur noch in sehr kleinem Umfang weiter betreiben, weil sie wissen, dass sie diese notwendigen Schutzmaßnahmen nicht einhalten können, so muss diese Entscheidung individuell möglich bleiben.

Gleichzeitig ist klar, dass die Heilmittelversorgung aufgrund der hohen Ausfallquoten nur noch eine Art Notversorgung darstellen wird. Dies wird ein entsprechendes Liquiditätsproblem für die Betriebe zur Folge haben, dessen Umfang bisher niemand vorhersehen kann. In wie weit Maßnahmen, wie das Kurzarbeitergeld hier helfen, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen.

Rettungsschirm für Heilmittelbetriebe

MdB Dr. Roy Kühne hat heute einen Vorschlag für einen Rettungsschirm vorgelegt, der sicher eine gute Grundlage bieten würde, die Liquidität der Heilmittelbetriebe vorläufig zu sichern. Der Vorschlag hat den Vorteil, dass er sehr schnell umsetzbar wäre, da die entsprechenden Mittel abrufbar sind. Zudem würden die vielen Solo-Selbständigen, die einen großen Beitrag zur Sicherung der Versorgung leisten, ebenfalls davon profitieren.

Einen Nachteil hat der Vorschlag, denn das Liquiditätsproblem wird nur auf die Zukunft verteilt und dadurch abgemildert. Wenn wir davon ausgehen, dass die Ausfälle nur einen relativ kurzen Zeitraum umfassen, ist diese Verlagerung kein Problem. Dauern die Ausfälle über Monate an, so wird aus dem anfänglichen Liquiditätsproblem ein nachhaltiges Rentabilitätsproblem.

Ein Rettungsschirm ist folglich absolut zu begrüßen, allerdings muss explizit an die Möglichkeit einer Nachjustierung gedacht werden, wenn die Auswirkungen der aktuellen Situation abzusehen sind. Hier sind insbesondere die Kostenträger gefordert den Schutz von Versorgungsstrukturen ernst zu nehmen. Es wäre in diesem Zusammenhang zu diskutieren, ob eine Bereitstellungspauschale für die strukturelle Sicherung der Praxen hier Abhilfe schaffen kann. Krankenkassen könnten dann diese Bereitstellungs- oder Sicherstellungspauschale von den Rückzahlungen der Betriebe abziehen und so ein Rentabilitätsproblem minimieren. Ebenso wäre eine Beteiligung des Bundes denkbar, um die finanziellen Belastungen möglichst gering zu halten.

Regelungen zur Fristüberschreitung reichen nicht aus

Die Krankenkassen haben sich ihrerseits aktuell darauf verständig, das Problem von Fristüberschreitungen bei Heilmittelverordnungen zu vermeiden, indem auf die Prüfung dieser Fälle zunächst verzichtet wird. Dieser Schritt ist zu begrüßen, da die Krankenkassen das Problem sehen und proaktiv lösen möchten. Aber gerade weil es zu Liquiditätsproblemen in den Praxen kommt, wären diese vielleicht besser beraten, aktuell unterbrochene Verordnungen zu beenden und abzurechnen. Zudem bleibt das generelle Problem der fehlerhaft ausgestellten Verordnungen bestehen.

Weiterhin müssen Patienten oder TherapeutInnen fehlerhafte Verordnungen in den Arztpraxen korrigieren lassen, was in der aktuellen Situation wieder ein massiv erhöhtes Infektionsrisiko darstellt. Zum Schutz der Versicherten und zur Entlastung speziell der Arztpraxen wäre ein Verzicht auf Prüfung und Retaxierung von Heilmittelverordnungen angemessen.

Unsere Empfehlungen zum Schutz der Versorgungsstrukturen in der Zusammenfassung:

  • Besondere Hygienemaßnahmen müssen nachvollziehbar beschrieben sein.
  • Abläufe der Hygienemaßnahmen müssen klar formuliert werden.
  • Der Zugang zu entsprechenden Materialien muss sichergestellt werden.
  • Die individuelle Entscheidung von TherapeutInnen zum Eigenschutz und zum Schutz der Bevölkerung Praxen nur eingeschränkt zu betreiben, oder ganz zu schließen darf keine finanziellen Nachteile bedingen.
  • Ein Rettungsschirm zur Sicherung der Liquidität und damit der Versorgungsstrukturen ist unter der Berücksichtigung einer möglichen Nachjustierung schnellstmöglich einzurichten. Eine Beteiligung des Bundes könnte ein späteres Rentabilitätsproblem der Praxen vermeiden.
  • Die formale Prüfung und Retaxierung von Heilmittelverordnungen muss ausgesetzt werden.

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