Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2020

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2020

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.                                 

GKV HIS-Projekt                                                                     

Aktuell: 3. Quartal 2020

Im Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände hin. Die zuerst veröffentlichten Zahlen des GKV-Spitzenverbandes wurden nach der Veröffentlichung für das zweite Quartal nachträglich korrigiert. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Aufgrund der Abrechnungssystematik wird dieser Einbruch erst jetzt sichbar. (Abb1-4)                                                          

Nach Datenpanne im 2.Quartal erneut offene Fragen zur Plausibilität der HIS-Zahlen

Der GKV Spitzenverband hatte die Veröffentlichung der Zahlen, auf die wir uns in unserem Bericht am 13. Januar bezogen hatten, zurückgezogen und dann eine korrigierte Fassung veröffentlicht.

Leider wurden die Korrekturen seitens der GKV bisher nicht kommentiert, so ist aktuell nicht zu bewerten welche Auswirkungen die Datenpanne auf frühere Veröffentlichungen hat. Entsprechende Anfragen dazu wurden vom GKV – Spitzenverband bisher nicht beantwortet.

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den erwarteten Einbruch während der Pandemie, allerdings weichen die Zahlen der Behandlungsmengen und der Bruttoumsätze extrem voneinander ab. Trotz eines deutlichen Rückgangs der Behandlungsmengen im 3. Quartal vermeldet das Heilmittelinformationssystem einen Anstieg der Bruttoumsätze. Dieses Umsatzwachstum ließe sich nur durch eine deutliche Steigerung der Preise erklären.

Rechnerisch würde sich dann im Verhältnis der Behandlungsmengen zu den Bruttoumsätzen folgende Preissteigerung innerhalb eines Quartals ergeben:

  • Physiotherapie +46%
  • Ergotherapie +55%
  • Logopädie +60%
  • Podologie +59%

Auch unter Einbezug der Hygienepauschalen lässt sich eine solche Steigerung nicht plausibel darstellen. Wir vermuten daher erneut einen Fehler bei der Datengrundlage der Zahlen des GKV-HIS.

Fazit

In der Summe scheinen die Zahlen des GKV-Heilmittelinformationssystems auf einer nicht plausiblen Datengrundlage zu basieren. Die Methodik und Maßnahmen zur Qualitätssicherung bleiben unklar, zumindest solange die Datenhoheit auf die GKV beschränkt bleibt.

Zur Darstellung des Versorgungsgeschehens im Bereich der ambulanten Heilmittelversorgung sind die vorliegenden Daten nicht geeignet. Aus diesem Grund werden wir das Monitoring auf Basis der Zahlen des GKV-HIS bis auf Weiteres einstellen.

 

                                                                 

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GKV-HIS – Nach Datenpanne offene Fragen zur Plausibilität

GKV-HIS – Nach Datenpanne offene Fragen zur Plausibilität

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

Nach Datenpanne neu veröffentlichte HIS-Zahlen

Der GKV Spitzenverband hatte die Veröffentlichung der Zahlen, auf die wir uns in unserem Bericht am 13. Januar bezogen hatten, zurückgezogen und nun die korrigierte Fassung veröffentlicht. Leider wurden die Korrekturen seitens der GKV bisher nicht kommentiert, so ist aktuell nicht zu bewerten, welche Auswirkungen die Datenpanne auf frühere Veröffentlichungen hat.

Die nun vorliegenden Zahlen belegen zwar den erwarteten Einbruch während der Pandemie, allerdings ist der Rückgang deutlich geringer, als nach den zuvor veröffentlichten Zahlen zu vermuten war. Die Behandlungszahlen sind in allen Bereichen jetzt mehr als doppelt so groß als in der ersten Version. Es scheint also bei der Übermittlung der Zahlen eine Datenpanne von erheblichem Ausmaß gegeben zu haben, die erst nach der Veröffentlichung bemerkt wurde.

Im Detail scheinen die nun veröffentlichten Daten trotzdem nicht plausibel zu sein. Wir hatten im Bericht vom Januar darauf hingewiesen, dass speziell bei älteren Patienten die Zahl der Behandlungseinheiten stark zurückgegangen war. Dies war für uns plausibel, da in allen Umfragen auf die eingeschränkte Zugänglichkeit in Pflegeeinrichtungen hingewiesen wurde. Die korrigierten Zahlen weisen nun einen Anstieg der Behandlungseinheiten bei älteren Patienten zum ersten Quartal 2020 aus (Abb.6). Dieser Anstieg ist für uns nicht plausibel nachvollziehbar.

Auch für die Podologie werden nun Zahlen ausgewiesen, die einen pandemiebedingten Einbruch der Behandlungszahlen nahezu ausschließen. Natürlich bilden die HIS-Zahlen immer nur einen Trend ab und können durch unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten auch teilweise nur zeitverzögert das Versorgungsgeschehen abbilden, dennoch stellt sich die Frage, ob die HIS-Zahlen für ein Monitoring der Versorgung generell verwertbar sind.

Abb.1

Abb.2

Abb.3

Abb.4

Abb.5 Bruttoumsatz in Tsd. 1. und 2. Quartal 2020, GKV-HIS Quartalsberichte, eigene Darstellung

Anzahl Behandlungseinheiten – korrigierte HIS Werte  ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen)

Abb. 6 Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen), GKV-HIS, Quartalsberichte, eigene Darstellung

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2020

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 2. Quartal 2020

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

Abb.5 Bruttoumsatz in Tsd. 1. und 2. Quartal 2020, GKV-HIS Quartalsberichte, eigene Darstellung

Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung (Bund / absolute Zahlen)

Abb.6 Anzahl Behandlungseinheiten ambulante Heilmittelversorgung  (Bund / absolute Zahlen), GKV-HIS, Quartalsberichte, eigene Darstellung

Weiterer Ausblick auf das Jahr 2020

Die vorläufigen Rechnungsergebnisse der GKV (KV 45), die für das 3. Quartal bereits veröffentlicht wurden, deuten auf eine Erholung der Versorgungssituation hin. Wie deutlich auf Ebene der geleisteten Behandlungseinheit diese Erholung ausfällt und wie sich der erneute Lockdown zum Ende des Jahres ausgewirkt hat, wird anhand der öffentlich zugänglichen Statistiken vermutlich erst Mitte diesen Jahres zu beziffern sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 1. Quartal 2020

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 1. Quartal 2020

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

Weiterer Ausblick auf das Jahr 2020

Die vorläufigen Rechnungsergebnisse der GKV (KV 45), die für das 2. Quartal bereits veröffentlicht wurden, deuten auf den pandemiebedingten Einbruch in der Heilmittelversorgung hin. Wie stark dieser Einbruch tatsächlich bisher ausgefallen ist, wird anhand der öffentlich zugänglichen Statistiken vermutlich erst Mitte des nächsten Jahres zu beziffern sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 4. Quartal 2019

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 4. Quartal 2019

Versorgungsmonitor Heilmittel

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

Aktuell: 2. Quartal 2020

Im letzten Bericht für das erste Quartal 2020 wiesen wir auf die historischen Höchststände bei den Abrechnungszahlen aufgrund von Maßnahmen zur Liquiditätssicherung hin. Die aktuellen Zahlen des GKV-HIS belegen jetzt die die krisenbedingten Einbrüche in der ambulanten Heilmittelversorgung ab März/April 2020 (Abb.1 bis 4).

 

Zahlen des GKV Heilmittelinformationssystems belegen erwarteten Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung aufgrund der Pandemie

Die nun vorliegenden Zahlen belegen den von uns im letzten Versorgungsmonitor erwarteten starken Einbruch in der ambulanten Heilmittelversorgung.

Neben den Umsätzen der Leistungserbringer ging auch die die Anzahl der erbrachten Behandlungseinheiten dramatisch zurück. Den größten Einbruch verzeichnete der Leistungsbereich der Logopädie. Hier kam es zu einem Umsatz- und Mengenrückgang von jeweils 67%. Die anderen Heilmittelbereiche verzeichnen jedoch ähnlich hohe Rückläufe. In der Ergotherapie ging der Umsatz im Vergleich zum 1.Quartal um 66%, die Anzahl der Behandlungseinheiten war gegenüber den Höchstständen um 64% gesunken. Ähnlich sieht es in der Physiotherapie (-62% Umsatz und Menge) und der Podologie ( -62% Menge und -61% Umsatz) aus (Abb.1-5).

Somit belegen die Zahlen des GKV-HIS auch die Daten, die wir in den ersten Wochen der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im März und April über unsere wöchentlichen Umfragen sammeln konnten. Hier hatten wir z.B. auf die stetig sinkende Auslastung in den ambulanten Therapiepraxen aufmerksam gemacht.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Umfrageteilnehmer immer wieder angesprochen hatten, waren die Schwierigkeiten bei der Versorgung von älteren Patienten, speziell in Pflege- oder Wohneinrichtungen. Genau dies, belegen auch die offiziellen Zahlen der GKV. Speziell bei den älteren Patienten kam es zu einer deutlichen Unterversorgung. So ging z.B. in der Altersgruppe der 75 bis unter 80-jährigen die Anzahl der erbrachten Heilmittelleistungen auf Bundesebene um 80% zurück (Abb.6)

Abb. 1 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Ergotherapie

Abb. 2 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Physiothrapie

Abb. 3 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Podologie

Abb. 4 Anzahl der Behandlungseinheiten pro Quartal (in 1000) Logopädie

4. Quartal 2019 beziffert das Volumen des Corona-Rettungsschirms

 Besonders mit Spannung wurden die Zahlen des GKV-HIS im Hinblick auf die Umsätze des 4. Quartals erwartet, da diese die Grundlage für die Höhe des Rettungsschirms für Therapiepraxen bilden. Hier kam es wie erwartet zu einem deutlichen Umsatzanstieg aufgrund der bundeseinheitlichen Höchstpreise. (Abb.5)

Mit 40% des Umsatzes aus dem 4. Quartal liegt das Volumen des Rettungsschirms somit bei rund 918 Millionen €. Insofern war das Abstimmen des Rettungsschirms nur auf das 4. Quartal besser für die Leistungserbringer als eine Berechnung auf Grundlage eines Quartalsdurchschnitts aus dem Jahr 2019. Dann hätte das Volumen der Hilfsmaßnahmen „nur“ ca. 866 Millionen € betragen.

 

 

Abb. 5 Brutto-Umsatz je Quartal (eigene Berechnung auf Grundlage GKV-HIS Quartalsberichte Bund 2019)

Erster Ausblick auf das Jahr 2020

 

Einen ersten Vorgeschmack auf die Versorgungssituation unter dem Einfluss der Corona-Pandemie zeigt die Statistik KV 45 der GKV, die schon für das 1. Quartal vorliegt.

Wie die Abb. 1-4 zeigen, war das 1. Quartal in den letzten Jahren immer stärker als das 4. Quartal des Vorjahres. 2020 kam es zu einem Umsatzrückgang von 10,24% auf Basis gleicher Preise. Folglich wird auch die Behandlungsmenge entsprechend rückläufig gewesen sein.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Versorgungsmonitor Heilmittel

 

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

 

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.  

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

 

Aktuell: 3. Quartal 2019

Im ersten und zweiten Quartal 2019 waren bundesweit die Anzahl der Verordnungen und der Behandlungseinheiten in allen Heilmittelbereichen deutlich gestiegen. Erstaunlicherweise geschah dies ausgehend von einem Tiefstand im 4. Quartal 2018. Die standardmäßig im Heilmittelinformationssystem kumulierten Zahlen für das dritte Quartal 2019 zeigen eine Abflachung dieses Anstiegs, was darauf hindeutet, dass im 3. Quartal die Zahl der Behandlungseinheiten wieder rückläufig war. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man die Zahlen pro Quartal separat betrachtet. (Abb.1 bis 4). In den Leistungsbereichen der Physiotherapie und der Logopädie gingen die Quartalszahlen der erbrachten Behandlungseinheiten größtenteils unter das Niveau der Vorjahre zurück.

Auffällig bleiben weiterhin große regionale Unterschiede in der Versorgung. Während das Defizit bei den Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten in Hamburg in allen Heilmittelbereichen im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen hat, war in anderen Bundesländern weiterhin ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Allerdings ging die Zahl der Behandlungseinheiten auf Basis der reinen Quartalszahlen nicht nur im Bundestrend zurück. Auch in Mecklenburg-Vorpommern fiel die Anzahl der Behandlungseinheiten etwa auf das Niveau des dritten Quartals 2018.

Insgesamt zeigen die Zahlen keine nachhaltige Trendwende zu höheren Versorgungsquoten in der Heilmittelversorgung. Der teilweise deutliche Anstieg aus dem ersten und zweiten Quartal 2019 könnte tatsächlich als eine Vorwegnahme von Behandlungen vor dem Inkrafttreten der bundeseinheitlichen Höchstpreise zum 1.7.2019 (https://www.gkv-heilmittel.de/fuer_heilmittelerbringer/heilmittelpreise/heilmittelpreise.jsp) interpretiert werden. Genaueres werden eventuell die Daten aus dem vierten Quartal zeigen.

 

 

Physiotherapie 3. Quartal 2019

Ergotherapie 3.Quartal 2019

Logopädie 3. Quartal 2019

Podologie 3. Quartal 2019

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