“Gesundheitsversorgung vom Patienten her denken” –  Interview mit Irina Cichon

“Gesundheitsversorgung vom Patienten her denken” – Interview mit Irina Cichon

Gesundheitsversorgung vom Patienten her denken - Herausforderungen in der Heilmittelversorgung. Interview mit Irina Cichon

Irina Cichon ist Kommunikationswissenschaftlerin mit Abschlüssen der Universitäten Karlsruhe und Twer (Russische Föderation). Nach einer Referententätigkeit in einem internationalen Logistik-Unternehmen trat sie 2007 in die Robert Bosch Stiftung ein. Im ThemenbereichGesundheit“ verantwortet sie Förderprojekte in der Kooperation der Gesundheitsberufe und im Interprofessionellen Lernen.

1. Die Patientenversorgung steht in naher Zukunft aber auch schon heute vor den Herausforderungen des demografischen Wandels. Welche Engpässe sehen Sie aktuell auch im Bereich der Heilmittel?

Auch der Heilmittelbereich muss sich in Richtung integrierter und kooperativer Versorgungskonzepte weiterentwickeln

Wir wissen, dass infolge des demografischen Wandels von einem deutlichen Anstieg des Versorgungsbedarfs in der Bevölkerung auszugehen ist. Zugleich verändert sich auch die Art des Bedarfs. Denn sowohl die Gesundheitsprobleme im Alter wie auch die bei chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit haben in der Regel komplexen Charakter. Die gesamte Gesundheitsversorgung und somit auch der Heilmittelbereich müssen sich in Richtung integrierter und kooperativer Versorgungskonzepte weiterentwickeln, um den Bedarfen chronisch kranker und alter Menschen besser zu begegnen und für sie eine gute, kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten.
Die Heilmittelerbringer sind und bleiben ein wichtiges Verbindungsglied in der komplexen Versorgungskette. Und angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, die unter anderem die Veränderung des Morbiditätsspektrums mitbringen, wird der Bedarf an Therapieberufen deutlich steigen, um z.B. die Pflegebedürftigkeit der Menschen zu lindern oder sogar zu vermeiden, deren Mobilität und Teilhabe zu erhalten und zu verbessern.

Schon heute ist die Heilmittelversorgung teilweise gefährdet

Die aktuelle Entwicklung geht leider in eine andere Richtung. Die wohnortnahe Versorgung mit Heilmitteln ist aufgrund von rasant zunehmendem Fachkräftemangel schon heute teilweise gefährdet. Die Zahl der niedergelassenen Heilmittelerbringer in Deutschland sinkt und die Zahl an unbesetzten Stellen steigt deutlich. Immer mehr Therapeuten steigen aufgrund des geringen Einkommens, der stetig steigenden Arbeitsbelastung und fehlender Karrieremöglichkeiten aus dem Beruf aus. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass die Heilmittelberufe aktuell für junge Menschen als nicht besonders attraktiv gelten und die Bewerbungen an den Ausbildungseinrichtungen zurückgehen. Die Folgen sind schon heute spürbar: Wartezeiten für Behandlungstermine oder fehlende Kapazitäten für dringend erforderliche Hausbesuche sind in der therapeutischen Patientenversorgung bereits die Regel.

2. Die Vorgaben zur Therapie verfolgen aktuell einem kurativen Ansatz. Gesundheitsversorgung und Prävention wird gerade seit wenigen Jahren ernsthaft von Kostenträgern erschlossen. Wie sieht aus Ihrer Sicht eine adäquate Versorgung aus?

Die Partizipation der Patienten sollte ein Kernelement sein

In der Robert Bosch Stiftung nehmen wir das gesamte Versorgungskontinuum in Blick und setzen uns für umfassende, integrierte, kooperative Versorgungskonzepte ein, die eine bedarfsgerechte Versorgung ermöglichen sollen. Aus unserer Sicht sollten der Mensch und seine Bedarfe eine zentrale Orientierung für die Gestaltung der Prozesse in der Gesundheitsversorgung – und auch in der Heilmittelerbringung – sein. Dabei gilt es, vorausschauend im Hinblick auf das gesamte Versorgungskontinuum zu planen und von Anfang an die verschiedenen Phasen, von der Diagnose bis zur end-of-life care, zu berücksichtigen. Niederschwelliger Zugang zu Diagnostik und Therapie ist dabei wichtig und kann ein frühes Auffangen im individuellen Krankheitsfall und idealerweise das Wiederherstellen von Gesundheit sichern oder das bestmögliche Leben mit Krankheit ermöglichen. Im Bedarfsfall sollten der Übergang ins und die Rückkehr vom Krankenhaus oder anderer Einrichtungen gut begleitet werden. Die Partizipation der Patienten sollte dabei ein Kernelement sein. Wir sprechen von einem individuellen „Versorgungspaket“, das für jeden Patienten je nach Bedarf geschnürt, von Zeit zu Zeit überprüft und angepasst werden muss.
Solche Versorgungskonzepte erfordern ein eingespieltes Team von professionellen Helfern, die im Sinne des Patienten interprofessionell zusammenarbeiten und gute Übergänge über Schnittstellen hinweg ermöglichen.

3. Chronisch kranke und multimorbide Patienten insgesamt müssen besonders in der Gesundheitsversorgung betrachtet werden. Wo würden Sie Veränderungen ansetzen?

Versorgungskonzepte müssen auf einer engen Kooperation basieren

Unser Gesundheitssystem ist immer noch stark auf Akutversorgung ausgerichtet und eine enge Verzahnung zwischen den Sektoren und somit zwischen den ambulanten und stationären medizinischen Leistungen will nicht so richtig gelingen. Die üblichen eindimensionalen Versorgungsangebote und punktuellen Hilfen werden den Versorgungsbedarfen von chronisch kranken und multimorbiden Patienten nicht gerecht. Wir benötigen Versorgungskonzepte, die aus einem Kontinuum an unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Hilfen bestehen und auf einer engen Kooperation der Gesundheitsberufe basieren. Das System hat aber immer noch massive Schwierigkeiten, darauf bedarfsgerecht zu reagieren, weil es z.B. immer noch keine Abrechnungsziffern für Kooperation, Kommunikation, Koordination gibt. Die langjährigen berufspolitischen Forderungen und Reformbestrebungen – die Prozesse in der Gesundheitsversorgung von Patienten her zu denken und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen – sollten endlich über die Lippenbekenntnisse hinausgehen. Es ist von großer Bedeutung, gegen die Fragmentierung der Leistungserbringung anzugehen und für integrierte Versorgung – auch mit guten digitalen Lösungen – zu sorgen, denn davon würden alle Patienten und Nutzer des Gesundheitssystems profitieren.

4. Immer häufiger wird das Prinzip des Value-based Healthcare, der nutzenorientierten Gesundheitsversorgung, diskutiert. In Deutschland wendet das System aktuell Mengensteuerungen, pauschalisierte Vergütungen und als Druckmittel Prüfungen bei Leistungserbringern an. Ist das noch zeitgemäß?

Wir benötigen eine andere Vergütungslogik

Bereits 2000/2001 hat der damalige Sachverständigenrat für Konzentrierte Aktion im Gesundheitswesen in seinem Gutachten „Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit“ (Link:  https://www.svr-gesundheit.de/index.php?id=18 ) eine grundlegende Änderung von Strukturen, Anreizen, Wissen und Werten zur Ausbalancierung von Prävention, Kuration und Rehabilitation in der Gesundheitsversorgung gefordert. Leider diskutieren wir auch 20 Jahre später immer noch darüber, denn diese Problematik besteht bis heute. Wir benötigen eine andere Vergütungslogik, die neben der eigentlichen Leistung die Qualität der Versorgung und das Ergebnis für den Patienten berücksichtigt, stabile Voraussetzungen für integrierte Versorgungskonzepte schafft und sektorenübergreifende Kooperation aller beteiligten Gesundheitsberufe unterstützt und honoriert.

5. Wie gelingt aus Ihrer Sicht zukünftig eine interprofessionelle Patientenversorgung? Welche Hürden müssen abgebaut werden?

Eine konsequente Veränderung der oft hierarchischen Form der Kooperation
zwischen d en Gesundheitsberufen ist notwendig

Eine gute Kooperation ist in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Gesundheitsversorgung notwendig und wird mit zunehmender digitaler Vernetzung gar unabdingbar. Folgerichtig werden aufgabenorientierte und teambasierte Formen der Kooperation gefordert, die auf einem gleichrangigen Verhältnis der Gesundheitsprofessionen beruhen. Dementsprechend müssen die Versorgungsprozesse, Abläufe und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen und Bereichen neu gedacht werden. Es geht aus meiner Sicht darum, die Aufgaben bei der Versorgung von Menschen mit unterschiedlichen Bedarfen zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen anders zu verteilen – damit jeder das macht, was er im Sinne von Patienten am besten kann. Nach dem Motto: „Wer kann welche Leistungen am besten erbringen, wie, wo, wann und mit wem?“. So entlasten sich alle Behandler gegenseitig. So kann mehr interprofessionelles Teamwork auf Augenhöhe, in der Praxis und der Ausbildung entstehen und der Therapieerfolg für die Patienten sichergestellt werden. Dafür ist eine konsequente Veränderung der noch oft hierarchischen Form der Kooperation zwischen den Gesundheitsberufen notwendig.
Zugleich ist erforderlich, das Bildungsgefälle zwischen den Gesundheitsberufen zu verringern und Mängel im Ausbildungssystem zu beseitigen. Investitionen in die Bildung, interprofessionelle Lehrformate und die Akademisierung der Gesundheitsberufe sind unverzichtbar – auch, damit sie an Attraktivität, Wertschätzung und an Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten gewinnen.

6. Mit der Initiative „Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen“ geht die Robert Bosch Stiftung in den Dialog mit Bürgern und Experten, um Reformvorschläge für das Gesundheitssystem zu entwickeln. Welche Erkenntnisse haben Sie bisher aus diesem Projekt gewonnen?

Für einen „Neustart“ bedarf es der Überzeugung der politischen
Entscheidungsträger

Der Ausgangspunkt für dieses komplexe Projekt war die Erkenntnis, dass sich im Gesundheitssystem viel verändern muss, damit wir auch in Zukunft gute Gesundheitsversorgung für alle ermöglichen können. Als Robert Bosch Stiftung bieten wir in dem Projekt Bürgerinnen und Bürgern eine Plattform, um zusammen mit Expertinnen und Experten visionäre Reformvorschläge für die zukünftige Ausrichtung des Gesundheitswesens zu entwickeln. Im vergangenen Jahr haben wir neben einem ersten Bürgerdialog und drei Podiumsveranstaltungen auch drei Think Labs mit Experten durchgeführt: zur Zukunft unseres Gesundheitswesens, zur Wirkung der Megatrends auf das Gesundheitssystem und zu der Frage, wer die Patienten von morgen sind und was sie brauchen. Der Bürgerreport, die Podiumsberichte sowie das Diskussionspapier sind auf der Projekthomepage www.neustart-fuer-gesundheit.de veröffentlicht. Weitere Beiträge werden im Projektverlauf eingestellt.
Noch ist es zu früh über konkrete Reformvorschläge zu sprechen, der Prozess geht bis 2021 weiter. In diesem Jahr werden die Experten die Vorschläge aus dem Bürgerdialog konkretisieren.

Die weiterentwickelten Handlungsempfehlungen werden dann in einemzweiten Bürgerdialog diskutiert und auf Akzeptanz überprüft Das Ziel der Initiative ist ein Gesundheitssystem, das auch in Zukunft dem Menschen zugewandt, patientenorientiert und offen für Innovationen ist. Um aber tatsächlich einen „Neustart“ zu erreichen, bedarf es der Überzeugung der politischen Entscheidungsträger.
Und in dieser Hinsicht wollen wir gemeinsam mit Experten und Bürgern weiter daran arbeiten, überzeugende Ideen zu entwickeln und in die Gesundheitspolitik zu tragen. „Neustart!“ bietet jedem Einzelnen mehrere Möglichkeiten, mitzumachen und sich mit eigenen Ideen in die Initiative einzubringen. Ihre Leser sind herzlich dazu eingeladen
https://www.neustart-fuer-gesundheit.de/mitmachen

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Bericht: BMC Kongress 2020

Bericht: BMC Kongress 2020

BMC-Kongress 21.-22. Januar 2020

Der Bundesverband Managed Care (BMC) ist ein pluralistischer Verband, der sich für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems einsetzt. Im Fokus steht dabei eine zukunftsfähige, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Versorgung. Zu den über 200 Mitgliedern des BMC gehören u.a. Arztnetze, Krankenkassen, Krankenhäuser, Pharma- und Medizintechnikunternehmen und gemeinnützige Organisationen

(https://www.bmcev.de/der-bmc/ueber-uns/).

Ein Jubiläum

Der jährlich im Januar stattfindende BMC-Kongress hat sich als wichtige gesundheitspolitische Veranstaltung etabliert und feierte in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum.

“Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Digitalisierung”

Schwerpunktthemen waren neben der Digitalisierung auch die Einbindung von Patienteninteressen im Sinne eines Value-Based Healthcare.

In seiner Eröffnungsrede wies Prof. Dr. Volker Amelung darauf hin, dass Deutschland trotz der vielen Diskussionen um die Digitalisierung, bei der Umsetzung international abgeschlagen ist. Die aufkommende Diskussion um notwendige Kostendämpfungsmaßnahmen verglich er mit der Versorgungsrealität: „Uns geht erst das Personal aus, bevor uns das Geld ausgeht“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machte in einer Videobotschaft klar, dass mit dem Digitalen Versorgungsgesetz (DVG) jetzt ein erster Schritt gemacht wurde und dass weitere folgen werden. Dabei sei die Digitalisierung z.B. auch für Physiotherapeuten ein wichtiges Thema.

Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, plädierte für eine Reform des SGB V, dass in seiner heutigen Form eher ein Gesetz der Institutionen sei und der Patient zukünftig mehr in den Fokus des Gesetzes rücken müsste. Dabei wäre die Annahme, dass die ärztliche Praxis Schwerpunkt des Versorgungsgeschehens sei, nicht mehr zeitgemäß. So hätten z.B. auch nichtärztliche Berufe eine entlastende Funktion für das System und mittlerweile sei ihre Stimme auch so stark, dass sie in der Politik gehört würde.

“Betriebswirtschaftliche Steuerungsmaßnahmen versagen”

Deutlich wurde in vielen Vorträgen und Gesprächen, dass die Behandlungsqualität und der Patientennutzen immer mehr in den Fokus rücken müssen. Der Gedanke des Value-Based Healthcare, also einer Versorgung, die den Patientennutzen oder das Outcome in den Vordergrund stellt, wurde vielfach diskutiert. PD Dr. Peter Berchtold betonte in seinem Vortrag, dass es nach Angaben der OECD Evidenz dafür gibt, dass 20% der Leistungen im Gesundheitswesen unnütz sind und dass sämtliche betriebswirtschaftliche Steuerungsmaßnahmen bisher versagt haben. Zur Darstellung des Nutzens können sogenannte Patient-reported outcome measures (PROMs) verwendet werden. Diese Kennzahlen liefern Informationen zum Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten und zu den Auswirkungen von Interventionen und Behandlungen aus Sicht der Patienten.

Systematisch erfasste PROMs, kombiniert mit evidenzbasierten Informationen, helfen, die medizinische Versorgung auf die Bedürfnisse, Werte und Präferenzen der Patientinnen und Patienten auszurichten. Dabei ist es auch durchaus denkbar, dass Vergütungen zukünftig teilweise an der Zielerreichung orientiert werden. Benjamin Westerhoff von der BARMER skizzierte ein Modell von virtuellen BehandlerTeams, die einen Teil der Vergütung durch qualitätsorientierte Zuschläge erhalten.

Deutlich wurde, dass die Behandlungsqualität in Zukunft immer wichtiger wird und auch messbar sein muss. Hier warten speziell für die Gesundheitsfachberufe noch große Herausforderungen.

Weiterführende Links zum Thema:

Über uns

Pressemitteilungen BMC e.V.:

2020 01 21 PM BMC Kongress 2020

Beitragsbilder mit freundlicher Genehmigung des BMC e.V.:

© BMC/ Valerie-Siba Rousparast

„Alles neu, alles besser? – Die neue Welt der Heilmittelversorgung“

„Alles neu, alles besser? – Die neue Welt der Heilmittelversorgung“

„Alles neu, alles besser? – Die neue Welt der Heilmittelversorgung“

Ein Gastbeitrag von Claudia Czernik

Claudia Czernik

2012-2015 Ausbildung Physiotherapeutin in Leipzig, ausbildungsintegrierendes Studium Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bis 2017

2017-2020 Master of Science Public Health an der Berlin School of Public Health Interessensschwerpunkte: Weiterentwicklung der Heilmitteltherapie, health workforce, gesundheitliche Chancengleichheit, empowerment

Erste größere Veranstaltung der GKV im Heilmittelbereich

Unter dem oben genannten Motto stand die Veranstaltung „GKV live“ des GKV-Spitzenverbandes am 29.01.2020. Dazu wurden VertreterInnen aus Politik, Heilmittelverbänden und Interessierte geladen, um auf einer Podiumsdiskussion miteinander zu diskutieren.  Dabei ging es um die Auswirkungen auf die Heilmittelerbringenden aus den Änderungen der Heilmittelrichtline und den Bestimmungen aus dem TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz). Auf dem Podium diskutierten dazu: Stefanie Stoff-Ahnis (Vorstand GKV-Spitzenverband), Irina Cichon (Robert Bosch Stiftung), Andreas Pfeiffer (DVE Vorsitzender), Dr. Roy Kühne (CDU/CSU Bundestagsfraktion) und Dr. Achim Kessler (Fraktion DIE.LINKE im Bundestag).

In ihrer Eröffnungsrede hob Frau Stoff-Ahnis (GKV) zunächst hervor, dass die Heilmittelerbringung in den letzten Jahren eher ein kleines Versorgungsthema war. Mit der neuen Heilmittelrichtlinie sei schon jetzt viel zur Entbürokratisierung beigetragen worden. Noch große Potentiale sehe sie in Digitalen Gesundheitsanwendungen.

Anschließend stellte Frau Cichon (Robert Bosch Stiftung) Ihre Visionen für eine moderne Heilmitteltherapie vor und mahnte dabei besonders an, dass die wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum bereits jetzt gefährdet sei. Sie plädiert für bedarfsgerechte und patientenzentrierte Konzepte, welche eine kontinuierliche und lückenlose Versorgung ermöglichen, anstatt wie zurzeit nur punktuelle und akute Hilfen.

Praxis der Zertifikatsleistungen ist paradoxes System

Danach startete die einstündige Podiumsdiskussion, welche mit den Themen Akademisierung, Direktzugang, Digitalisierung und, der sich aktuell in der Verhandlung befindliche Blankoverordnung, eine volle Agenda abzuarbeiten hatte. Grundsätzlich herrschte dabei, für das Publikum, erstaunlicher Konsens auf dem Podium zwischen den Protagonisten. Es war klar benannt und herausgearbeitet, dass sich die Heilmittelbranche in einem Umbruch befindet und dringend weiterentwickelt werden muss. Für Stoff-Ahnis stellte beispielsweise die Praxis der Zertifikatsleistungen in der Physiotherapie ein paradoxes System dar. Denn mit diesem System „degradiert“ man die Therapeuten von vorn herein und es gehört in dieser Form abgeschafft, so Stoff-Ahnis (GKV) in ihren Ausführungen.

Herr Pfeiffer betonte die notwendige Ausbildungsreform in seinen Ausführungen: „Das was ich 1992 in meiner Ausbildung gelernte habe, hat nichts mehr damit zu tun, was die Medizin heute ausmacht“.

Direktzugang nur bei rechtlicher Sicherheit

Unstrittig bei den Teilnehmenden waren ebenso die notwendigen Investitionen in die Akademisierung der Berufe, um die Attraktivität für TherapeutInnen selber zu steigern und um wissenschaftlichen Nachwuchs zu gewinnen, welcher die Therapiemethoden forschend auf Wirksamkeit untersuchen kann. Frau Stoff-Ahnis bemerkte dazu, dass diese Wirksamkeit „…noch sehr nebelig“ sei. Evidenz sei aber aus Ihrer Sicht dringend notwendig, um beispielsweise entscheiden zu können, welche Diagnosen für die Blankoverordnung in Frage kommen. Dr. Kühne kritisierte dabei allerdings, dass es nicht ausreicht, therapeutische AkademikerInnen auszubilden, sondern dass deren Mehrwert auch in Form von erweiterten Handlungsspielräumen, besserer Vergütung und Aufstiegsoptionen im Arbeitsmarkt abgebildet werden muss. In diesem Zusammenhang stellte sich auch die Frage nach dem Direktzugang, welcher für Frau Stoff-Ahnis derzeit nicht in naher Zukunft realisierbar sei.
Dr. Kessler bedauerte, dass entsprechender Paragraf zum Modellversuch für einen Direktzugang im Gesetzgebungsverfahren zum TSVG wieder gestrichen wurde. Dr. Kühne begründete dies u.a. damit, dass es zunächst rechtlicher Sicherheit bedarf, bevor ein solcher Versuch starten kann. Diese sei so nicht gegeben gewesen.

Kaum Dialogmöglichkeiten

Weiterhin wurden auch Lösungsideen für die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum diskutiert, welche von finanziellen Anreizen bis hin zum Aus- und Aufbau von Medizinischen Versorgungszentren reichten. Für das wichtige Thema Digitalisierung blieb am Abend leider keine Zeit mehr. Ebenso konnten am Ende nur wenige Anwesende aus dem Publikum zu Wort kommen.

Alles in allem scheint es klar, wo die Reise in den nächsten Jahren für die Heilmittelerbringer hingehen soll: Evidenzbasierung, Akademisierung, gesteigerte Handlungsautonomie. Jetzt gilt es die gesetzlichen Chancen optimal zu nutzen, um die veralteten Strukturen in der Heilmittelerbringung an die Herausforderungen der heutigen Zeit anzupassen. Diese klare Botschaft ging bei dieser Veranstaltung an alle Verbände, Hochschulen und TherapeutInnen gleichermaßen!

Weitere Links zu dieser Veranstaltung:

https://gkv-live.de/

Physio.de

Im Austausch mit Maria Klein-Schmeink MdB, Bündnis 90/Die Grünen (Teil 2)

Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/ Die Grünen) ist nicht nur Mitglied des Bundestages und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, sondern auch Mitglied des Gesundheitsausschusses. Ende des Jahres 2019 stand sie der TAL gGmbH Rede und Antwort über ihre Vorstellungen und Lösungen zu den Herausforderungen im deutschen Gesundheitssystem

Um Reformen im Gesundheitssystem voranzubringen braucht es komplexe Lösungsansätze.
Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine Beteiligung von Pflege- und Therapieberufen in den entsprechenden Gremien? Wie können diese eingebunden werden.

Die Therapeuten als Akteure in der Selbstverwaltung werden derzeit über ihre Berufsverbände vertreten. Allerdings scheint mir die Verbändelandschaft ziemlich zersplittert. Zwar gibt es einen Dachverband, den Spitzenverband Heilmittelerbringer, (SHV), doch in diesem sind bei weitem nicht alle Verbände Mitglied. Auch jeder therapeutische Beruf hat diverse Verbände. Die Berufsangehörigen selbst teilen sich auf in Selbständige/Praxisinhaber, unter denen es Soloselbständige und Leute mit großen Praxen gibt. Zudem gibt es Angestellte, die in Kliniken teilweise tariflich verdienen, in kleinen Praxen häufig sehr viel weniger.

“Eine Therapeutenkammer wäre ein gutes Instrument“

Darum denke ich, eine Therapeutenkammer wäre ein gutes Instrument, um die Interessen zu bündeln und mit einer starken Stimme aufzutreten. Zudem könnte die Hauptaufgabe einer Kammer, die beruflichen Belange der Berufsangehörigen zu vertreten und Aufgaben der Berufsangehörigen sowie Qualitätsstandards zu definieren ein wertvoller Beitrag auf dem Weg zur Akademisierung und zum Direktzugang sein. Eine Kammer kann aber nicht von außen aufoktroyiert werden. Die Therapeuten müssen das selbst wollen und sich aktiv dafür entscheiden.

Digitalisierung ist mittlerweile ein Zauberwort im Gesundheitssektor. So richtig geht es in Deutschland nicht voran. Woran liegt es aus Ihrer Sicht?

Es gibt keine Strategie. Es gibt keine benannten Akteure, die dafür sorgen, dass alle, die für die Versorgung wichtig sind, an einer Digitalisierungsstrategie beteiligt werden. Es fehlt eine Standardsetzung und eine Formulierung von Standards, damit alle, die in der Versorgung tätig sind, mit gleichen Standards arbeiten und Daten austauschen können. Es fehlt auch – und das ist das Wichtigste – eine konkrete und durchgängige Patientenbeteiligung.

„Therapeutische Berufe müssen komplett akademisiert werden“

In den letzten Jahren haben Sie sich auch sehr stark für Heilmittelerbringer eingesetzt. Unter anderem soll die Ausbildung reformiert werden. Noch steht nicht mal ein Eckpunktepapier. Wo sollte die Reise hingehen?

Meines Erachtens müssen die therapeutischen Berufe innerhalb eines Übergangszeitraums komplett akademisiert werden. Und zwar aus versorgungspraktischen Gründen. Die Herausforderungen des Gesundheitssystems wurden eingangs benannt. Um sie zu bewältigen braucht es u.a. starke therapeutische Gesundheitsberufe, die Verantwortung übernehmen und dafür auch entsprechend vergütet werden. Wenn uns das gelingt, kriegen wir auch den Fachkräftemangel in den Griff. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden, da eine Überarbeitung der Berufsgesetze ansteht. Ein weiteres Aufschieben der Akademisierung können wir uns nicht leisten.

Dabei sollen die gut ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten, die derzeit die Versorgung stemmen, die Möglichkeit erhalten, einen akademischen Abschluss schnell nachholen zu können, wenn sie das wollen, etwa weil sie in der Forschung tätig werden oder ins Ausland gehen möchten. Ihre Berufserfahrung soll dabei anerkannt werden. In Österreich bspw. können Ausbildung plus Berufserfahrung als hochschulisch äquivalent anerkannt werden.

„Offenbar will die Bundesregierung ihre Erkenntnisse nicht mit uns teilen“

Diesbezüglich haben Sie mit Ihrer Fraktion eine Anfrage gestellt. Das Ergebnis der Bundesregierung zeigt sehr deutlich, dass man nicht weiß, wie viele Schüler derzeit ausgebildet werden und zu welchen Konditionen. Wie ordnen Sie diese Antwort ein?

Mit unserer Kleinen Anfrage wollten wir erfragen, wie die Voraussetzungen für die Akademisierung der therapeutischen Gesundheitsberufe sind. Wir haben u.a. nach den Schulabschlüssen der Auszubildenden, nach der Anzahl der Fachschulen und der Qualifikation der Fachschullehrerinnen und -lehrer gefragt, nach Anzahl und Art der Studiengänge, nach Absolventenzahlen an Fachschulen und Hochschulen u.v.a.m.

Die Antworten sollten u.a. eine Basis für ein Umsetzungskonzept liefern. Allerdings haben wir kaum Informationen erhalten. Bei den meisten Fragen verweist die Bundesregierung auf die Zuständigkeit der Länder. Das ist zwar richtig, allerdings plant die Bundesregierung ein Gesetz zur Überarbeitung der Berufsgesetze und hat auch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesamtkonzept zur Neuordnung und Stärkung der Ausbildung der Gesundheitsfachberufe“ eingerichtet, die sich regelmäßig trifft. Offenbar will die Bundesregierung ihre Erkenntnisse nicht mit uns teilen.

 

Es gibt kaum öffentliche belastbare Daten, die einen Bedarf an Versorgung mit Heilmitteln, anzeigen. Warum geben Krankenkassen zum Beispiel Versorgungsquoten nicht heraus?

Versorgungsquoten können ein hilfreiches Mittel zur Versorgungsplanung sein. Sie lassen allerdings auch Rückschlüsse darauf zu, wie restriktiv eine Kasse bei der Gewährung von Leistungen vorgeht, gerade im direkten Vergleich. Bei der Anhörung zum Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) am 18. Dezember habe ich die Vertreterin des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-SV) gefragt, was der GKV-SV von der Veröffentlichung von Versorgungsquoten halte. In ihrer Antwort verwies die Vertreterin darauf, dass Versorgungsquoten allein im Hinblick auf die Versorgungsqualität nicht aussagekräftig seien und auch nicht auf Über- oder Unterversorgung hinweisen könnten. Als Beispiel nannte sie die Heilmitteltherapie, die bei bestimmten Indikationen nur eine von mehreren Behandlungsoptionen sei.

Es ist sicher richtig, dass es zur Bewertung der Versorgungsqualität und bei der Versorgungsplanung mehr Angaben braucht als die Versorgungsquote. Sie könnte aber ein Bestandteil sein. Man könnte damit beginnen, die Versorgungsquoten mit Heilmitteln bei schweren Erkrankungen zu veröffentlichen, wie es der Bundesverband für Ergotherapeuten in Deutschland (BED) gefordert hat. Wir haben diese Forderung in unserem Antrag zur Heilmittelversorgung aufgegriffen, und dazu hat sich der GKV-SV in seiner Stellungnahme weniger ablehnend geäußert. Die Veröffentlichung von Versorgungsquoten mit Heilmitteln bei schweren Erkrankungen wurde als unter versorgungspolitischen Aspekten sinnvoll bewertet.

Vielen Dank dafür, dass Sie Ihre Visionen für eine zukunftsorientierte Versorgung mit uns geteilt haben.
Michael Schiewack, TAL gGmbH, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hier geht es zur PDF Version des Interviews:

Im Austausch mit Maria Klein-Schmeink

 

Im Austausch mit Maria Klein-Schmeink MdB, Bündnis 90/Die Grünen (Teil 1)

Maria Klein-Schmeink (Grüne) ist nicht nur Mitglied des Bundestages und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion sondern auch Mitglied des Gesundheitsausschusses. Ende des Jahres 2019 stand sie der TAL gGmbH Rede und Antwort über ihre Vorstellungen und Lösungen zu den Herausforderungen im deutschen Gesundheitssystem.


 

Multimorbide Patienten, eine zusehends alternde Gesellschaft, Krankheiten in Deutschland, die als längst „ausgestorben“ galten und ein enormer Fachkräftemangel in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung. Wie zukunftsfähig ist das deutsche Gesundheitssystem?

Unser Gesundheitswesen ist derzeit nicht ausreichend auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und dessen Folgen für die Versorgung vorbereitet. Die solidarische gesetzliche Krankenversicherung bietet noch eine solide Finanzierung, sie sollte jedoch dringend zur Bürgerversicherung weiterentwickelt werden. Die Angehörigen der Gesundheitsberufe sind gut ausgebildet, werden jedoch nicht auf Augenhöhe in die gesundheitliche Versorgung einbezogen.

Unser Gesundheitssystem verharrt zu sehr in traditionellen Strukturen. Was lange funktioniert hat, wird durch die oben genannten Herausforderungen sowohl in der Versorgung als auch auf Seiten der Leistungserbringer – in Form von Fachkräftemangel – an Grenzen stoßen.

Im deutschen Gesundheitssystem herrscht eine starke Gliederung und Hierarchie: eine strenge Trennung der Versorgungssektoren, eine mindestens ebenso strenge Hierarchie und Abgrenzung bezüglich der Aufgaben zwischen den Gesundheitsberufen und es gibt zwei parallel laufende Krankenversicherungssysteme mit unterschiedlichen Beitrags- und Vergütungssystematiken. Dazu kommt eine zunehmend zentrale Steuerung der Versorgung. Wenn es uns gelingt, die Grenzen zwischen den Sektoren durchlässiger zu machen, um sie irgendwann ganz aufzuheben und die Steuerung der Versorgung dezentraler – regionaler – zu gestalten, dann kann unser Gesundheitssystem die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Ärzte sollten auf Augenhöhe mit anderen agieren

Um aktuelle und zukünftige Herausforderungen in der Versorgung der Patienten zu bewältigen, empfehlen Experten oft, die streng hierarchischen Strukturen aufzubrechen. Sollten Ärzte Teile ihrer Kompetenzen bzw Aufgaben an andere Gesundheitsakteure abgeben?

Ja, das sollten sie tun. In anderen Ländern wenden Pflegekräfte regelmäßig invasive Maßnahmen an, Patienten gehen zu Physiotherapeuten, ohne dass ein Arzt die Behandlung verordnet hätte usw. Allerdings kann das „Abgeben von Kompetenzen“ nur ein erster Schritt zu mehr Kooperation zwischen den Gesundheitsberufen auf Augenhöhe sein. Ein Großteil der Ärzteschaft kann sich mit der Delegation – Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten auf ärztliche Anordnung hin – gerade noch anfreunden, bei der Substitution – eigenverantwortliche Übernahme ärztlicher Tätigkeiten von Angehörigen anderer Gesundheitsberufe – wird es schon schwierig.

Es geht aber nicht darum, einige Tätigkeiten von oben nach unten weiterzureichen oder zu ersetzen, es geht darum, im Sinne der Patienten eine Versorgung zu gewährleisten, bei dem jede und jeder Angehörige eines Gesundheitsberufs ihre und seine Kompetenzen zum Wohle der oder des Patienten einsetzt. Und zwar im Austausch miteinander auf Augenhöhe.

Welche Bedingungen müssen erfüllt werden? Ist die aktuell fehlende flächendeckende Akademisierung der nicht ärztlichen Gesundheitsfachberufe, wie beispielsweise die Heilmittelerbringer eine Barriere?

Die Akademisierung ist zwar nicht zwingend notwendig, um bspw. für Heilmittelerbringer den Direktzugang zu erproben und später auch umzusetzen. Aber sie wäre sehr hilfreich. Es braucht eine spezielle Qualifikation, um den Direktzugang anbieten zu können. Mit einem einheitlichen hochschulischen Curriculum ließen sich bessere diagnostische Voraussetzungen schaffen. In Modellversuchen zum Direktzugang könnten zudem wichtige Fragen, wie etwa zur Qualifikation oder der Vergütung für neue Leistungen, bei der Evaluation berücksichtigt werden. Insofern könnten diese Modellversuche auch eine wertvolle wissenschaftliche Begleitung der dringend anstehenden Akademisierung der therapeutischen Gesundheitsberufe sein.

Kommunen müssen mehr Einfluss auf die Gesundheitsversorgung erhalten.

Das Gesundheitssystem agiert grundsätzlich nach Grundsätzen und Regeln die bundesweite Anwendung finden. Gesundheitsprobleme variieren jedoch stark nach Regionen und den unterschiedlichen Lebenswelten. Wie kann man dem gerecht werden?

Kommunen müssen mehr Einfluss auf die Gesundheitsversorgung erhalten. Sie gestalten ganz entscheidend das Leben der Menschen vor Ort. Aus der Perspektive der Patientinnen und Patienten vor Ort sollte es möglich sein, Hürden zwischen ambulanten Einrichtungen und Krankenhäusern, falsche Anreize und ökonomische Egoismen zu überwinden. Wir, die grüne Bundestagsfraktion, haben ein Papier dazu vorgelegt, in dem wir vorschlagen, dass interessierte Landkreise oder Kommunen durch ein Initiativrecht die Möglichkeit bekommen, sich mit den Krankenkassen vor Ort zu einer „Gesundheitsregion“ zusammenzuschließen: Sie soll die Gesundheitsversorgung in den Städten und Dörfern sicherstellen. Dazu gehört auch, dass Kassen, Pflegekräfte, Heilmittelerbringer, Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser besser Hand in Hand arbeiten und die bestehenden Grenzen dabei überwinden.

 

In Teil 2 geht es u.a. um die Themen Therapeutenkammer, das ausstehende Eckpunktepapier zur Modernisierung der Ausbildung in den Therapieberufen und die Versorgungsquoten und ist in Kürze hier zu finden.