BMC-Kongress 21.-22. Januar 2020

Der Bundesverband Managed Care (BMC) ist ein pluralistischer Verband, der sich für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems einsetzt. Im Fokus steht dabei eine zukunftsfähige, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Versorgung. Zu den über 200 Mitgliedern des BMC gehören u.a. Arztnetze, Krankenkassen, Krankenhäuser, Pharma- und Medizintechnikunternehmen und gemeinnützige Organisationen

(https://www.bmcev.de/der-bmc/ueber-uns/).

Ein Jubiläum

Der jährlich im Januar stattfindende BMC-Kongress hat sich als wichtige gesundheitspolitische Veranstaltung etabliert und feierte in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum.

“Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Digitalisierung”

Schwerpunktthemen waren neben der Digitalisierung auch die Einbindung von Patienteninteressen im Sinne eines Value-Based Healthcare.

In seiner Eröffnungsrede wies Prof. Dr. Volker Amelung darauf hin, dass Deutschland trotz der vielen Diskussionen um die Digitalisierung, bei der Umsetzung international abgeschlagen ist. Die aufkommende Diskussion um notwendige Kostendämpfungsmaßnahmen verglich er mit der Versorgungsrealität: „Uns geht erst das Personal aus, bevor uns das Geld ausgeht“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machte in einer Videobotschaft klar, dass mit dem Digitalen Versorgungsgesetz (DVG) jetzt ein erster Schritt gemacht wurde und dass weitere folgen werden. Dabei sei die Digitalisierung z.B. auch für Physiotherapeuten ein wichtiges Thema.

Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, plädierte für eine Reform des SGB V, dass in seiner heutigen Form eher ein Gesetz der Institutionen sei und der Patient zukünftig mehr in den Fokus des Gesetzes rücken müsste. Dabei wäre die Annahme, dass die ärztliche Praxis Schwerpunkt des Versorgungsgeschehens sei, nicht mehr zeitgemäß. So hätten z.B. auch nichtärztliche Berufe eine entlastende Funktion für das System und mittlerweile sei ihre Stimme auch so stark, dass sie in der Politik gehört würde.

“Betriebswirtschaftliche Steuerungsmaßnahmen versagen”

Deutlich wurde in vielen Vorträgen und Gesprächen, dass die Behandlungsqualität und der Patientennutzen immer mehr in den Fokus rücken müssen. Der Gedanke des Value-Based Healthcare, also einer Versorgung, die den Patientennutzen oder das Outcome in den Vordergrund stellt, wurde vielfach diskutiert. PD Dr. Peter Berchtold betonte in seinem Vortrag, dass es nach Angaben der OECD Evidenz dafür gibt, dass 20% der Leistungen im Gesundheitswesen unnütz sind und dass sämtliche betriebswirtschaftliche Steuerungsmaßnahmen bisher versagt haben. Zur Darstellung des Nutzens können sogenannte Patient-reported outcome measures (PROMs) verwendet werden. Diese Kennzahlen liefern Informationen zum Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten und zu den Auswirkungen von Interventionen und Behandlungen aus Sicht der Patienten.

Systematisch erfasste PROMs, kombiniert mit evidenzbasierten Informationen, helfen, die medizinische Versorgung auf die Bedürfnisse, Werte und Präferenzen der Patientinnen und Patienten auszurichten. Dabei ist es auch durchaus denkbar, dass Vergütungen zukünftig teilweise an der Zielerreichung orientiert werden. Benjamin Westerhoff von der BARMER skizzierte ein Modell von virtuellen BehandlerTeams, die einen Teil der Vergütung durch qualitätsorientierte Zuschläge erhalten.

Deutlich wurde, dass die Behandlungsqualität in Zukunft immer wichtiger wird und auch messbar sein muss. Hier warten speziell für die Gesundheitsfachberufe noch große Herausforderungen.

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2020 01 21 PM BMC Kongress 2020

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