Aktuelle Situation von Selbstständigen und Beschäftigte in der Heilmittelversorgung 06.04.2020

Aktuelle Situation von Selbstständigen und Beschäftigte in der Heilmittelversorgung 06.04.2020

Zusammenfassung der Befragung für Selbständige

Fehlende Verordnungen immer häufiger ein Problem

Hauptausfallgrund war in 94% der Praxen auch in der vierten Woche die vorsorgliche Terminabsage durch Patienten ohne das eine tatsächliche Erkrankung vorlag. Aber auch die TherapeutInnen haben im Sinne des Patientenschutzes in Absprache mit ihren PatientInnen Behandlungstermine abgesagt. Dies war in 75% der Praxen der Fall und somit wieder der zweit häufigste Ausfallgrund. Mit inzwischen 48%  gehören fehlende Verordnungen durch Schließung oder Überlastung von Arztpraxen zu den häufigsten Ausfallgründen. Dieser Umstand wird auch in den Kommentaren sehr häufig erwähnt. Dabei sind die Gründe sehr unterschiedlich. Teilweise haben Arztpraxen geschlossen, sind nur eingeschränkt erreichbar oder es werden Therapien verweigert. Weiterhin zu den drei häufigsten Ausfallgründen gehören Absagen von Pflegeeinrichtungen mit 56%.

  • Vorsorgliche Terminabsage durch Patienten 94% 94%
  • Absagen im Sinne des Patientenschutzes 75% 75%
  • Absage durch Pflegeeinrichtungen 56% 56%
  • Fehlende Verordnung durch Praxisschließung oder Überlastung von Arztpraxen 48% 48%
  • Ausfall aufgrund fehlender Kinderbetreuung bei TherapeutInnen 15% 15%

Auslastungsgrad pendelt sich auf niedrigem Niveau ein

Leicht verbessert hat sich wie schon in der Vorwoche die Situation bei der Information über Schutzmaßnahmen. Hier verfügten noch 5% (Vorwoche 4%) der Praxen über keine Informationen, Auch die Zahl der Praxen, die angeben das Schutzausrüstung fehlt, ist zurückgegangen, liegt aber immer noch bei 44% (Vorwoche 51%).

Im Mittel hat sich der Auslastungsgrad in den Betrieben mit 36% auf einem ähnlich niedrigen Niveau eingependelt, wie in der Vorwoche (34%).

51% der Praxen wollen die Versorgung aufrechterhalten, werden jedoch beim Eigen- und Patientenschutz vor große Herausforderungen gestellt. Dabei gelingt die Zusammenarbeit mit den regionalen Gesundheitsbehörden in 33% (Vorwoche 32%) der Fälle nur mangelhaft.

  • Keine Information über Schutzmaßnahmen (Vorwoche 8%) 5% 5%
  • Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden “mangelhaft” 33% 33%
  • Auslastungsgrad in Betrieben 36% 36%
  • Probleme bei der Sicherstellung der Versorgung 51% 51%
  • Schutzausrüstung fehlt 44% 44%

Mehr als die Hälfte der Praxen im Juni von Insolvenz bedroht

Die Skepsis gegenüber den Hilfsmaßnahmen ist immer noch hoch. Mit 44% (Vorwoche 54%) sieht die Mehrheit der Befragten die aktuellen Hilfsmaßnahmen als nicht ausreichend an und hofft auf einen weiteren Rettungsschirm auf Bundesebene. Als Gründe dafür lassen sich weiterhin die massiven Umsatzausfälle, fehlende Rücklagen und aufgrund der Abrechnungsmodalitäten verzögerte Liquiditätsengpässe anführen.

Die Ergebnisse machen auch deutlich, dass bei unveränderter Situation in etwa 8 Wochen mehr als die Hälfte der Versorgungsstruktur wegzubrechen droht. Leichte Verbesserungen in Bezug auf die Ausstattung und Informationslage zur Anwendung von Hygienemaßnahmen und auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation, sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verunsicherung bei den Therapeutinnen und Therapeuten nach wie vor hoch ist und auch die psychischen Belastungen zunehmen. So schätzen immer noch 81% der Befragten ihr finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch ein.

Von der Möglichkeit Videotherapien anbieten zu können, machen 30% der Praxen gebrauch. Einer häufigeren Anwendung stehen aber auch Hindernisse, wie die geringe Anwendbarkeit bei multimorbiden Risikopatienten oder Patienten mit Behinderungen gegenüber.

  • Nutzung von Videotherapie 30% 30%
  • Hilfsmaßnahmen nicht ausreichend 44% 44%
  • Finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch 81% 81%
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Kommentare zu den aktuellen Hilfsmaßnahmen

Von der Möglichkeit einen Kommentar in Bezug auf die Hilfsmaßnahmen geben zu können machten 331 der Befragten Gebrauch. Viele der Befragten machen erneut auf die späteren Liquiditätsengpässe aufgrund der Abrechnungsmodalitäten aufmerksam. Sehr häufig wird eine Ungleichbehandlung im Vergleich mit anderen Berufen des Gesundheitswesens thematisiert. Der für manche Hilfen notwendige Abbau von Rücklagen stellt ebenso viele Selbständige vor Probleme. Häufig sind diese Rücklagen für Steuerzahlungen und private Altersvorsorge vorgesehen. Auch die Auszahlung von Hilfen wird unterschiedlich beurteilt. Je nach persönlichem Fall scheinen sich Auszahlungen zu verzögern oder werden abgelehnt.

Antwortbeispiele:

„Es dürfen nur Mittel beantragt werden, wenn die Liquidität jetzt fehlt. PT rechnen ihre Leistungen bis zu 3-4 Monate verspätet ab, d.h. die Liquidität fehlt im Sommer. Da ist die Beantragung von Zuschüssen bereits eingestellt (bis 31.5.20)“.

„Wenn diese Situation noch 2 Monate geht, wird es Arbeitslose geben und Praxen, die aus finanziellen Gründen schließen müssen. Somit es zu einer schlechten Versorgung der Patienten in der sytemrelevanten Physiotherapie.“

„In der Podologie, kann eine Praxis mit der Soforthilfe 4 Wochen überleben. Danach muss neu beurteilt werden. Auch muss der Preis pro Behandlung von den KK schnell den erhöhten Preisen für PSA schnellstmöglich angepasst werden. Es fehlt uns so unsd so eine Position für Hygiene. Angesetzte neue Preisverhandlungen für den 01.7 2020 können nicht auf Oktober verschoben werden. Therapeuten(alle) sind systemrelewand und brauchen einen Rettungsschirm, da eine Besserung der Lage nicht abzusehen ist.“

„Leider ist es für mich schwer nachzuvollziehen, welche Hilfe für mich in Frage kommt. Rücklagen meiner Praxis sind für besondere Ausgaben des Betriebs wie Material, Steuerzahlungen etc. Diese werden zwar verschoben/gestundet, fallen früher oder später jedoch trotzdem an!“

 

 

„Ein Rettungsschirm seitens der Krankenkassen wäre wünschenswert, da derzeit wenig bis keine Verordnungen durch Ärzte ausgestellt werden, obwohl medizinisch dringend notwendig.“

„Durch die Einbußen in diesem Monat werde ich ein großes Finanzielles Loch haben, meine Rücklagen sollten den noch zu zahlenden Steuern dienen. Ich weiß nicht ob ich es schaffen werde mich, meine Familie und meinen Betrieb gleichzeitig zu retten.“

„Ich habe bis jetzt keine Rückmeldung auf meinen Antrag und selbst wenn es positiv ausfällt, könnte ich mit dem Geld gerade so einen weiteren Monat die Praxis halten. Durch die geringe Vergütung bisher konnte man kaum einen Puffer aufbauen und wenn dann frisst die Steuer einen riesigen Teil davon auf!!“

„Bisher noch nicht bewilligt. Eingereicht wurde am 23.3.20“.

„Ärzte und Psychotherapeuten bekommen Rettungsschirm, warum nicht die Heilmittelerbringer!“

„90% Auslastung durch Videotherapie und rücklagen.“

„Ich unterstütze die Forderung vom DVE, dass wir Ausgleichzahlungen für den verlorenen Umsatz erhalten sollen. Grundlage dafür sollte der monatliche Durchschnitt sein, seitdem wir TSVG -Sätze erhalten. Ausgleichzahlungen wurden ja schließlich auch für Ärzte und KRHs vereinbart!!!“.

„Warum werden alle im Gesundheitswesen unter einen Rettungsschirm gestellt und Therapeuten mal wieder außen vor gelassen. Sind wir Systemrelevant zweiter Klasse?“

„Ich habe meinen Antrag in der 12. KW gestellt, Geld ist immer noch nicht da… in Bremen werden mir die ausgezahlten Landesmittel (bis 5000€) von den Bundesmitteln wieder abgezogen! Ganz toll!“

„Seit 3 Wochen den Antrag… keine Reaktion“

„Diese Rücklagen die man bildet, als Solo-Selbstständiger sollten für Notfälle sein. Die ich verursache wie zb. (Krankheit, Schwangerschaft, Urlaub..) Ich sehe es als sehr schwierig an die Rücklagen aufzubrauchen, um jetzt über die Runden zu kommen, weil die Ärzte keine Verordnungen mehr verschrieben oder die Patienten, trotz Schutzmaßnahmen Angst haben und nicht mehr kommen…“

Zusammenfassung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung

Kurzarbeit bei 62% der Beschäftigten

88% der UmfrageteilnehmerInnen sind in einer Praxis in der ambulanten Heilmittelversorgung beschäftigt. Die Mehrheit bilden mit 56% Vollzeit-Beschäftigte. 26% der Befragten übt ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Etwa 16% der Angestellten sind mehrfachbeschäftigt.

Kündigungen hat es bisher nur vereinzelt gegeben, 62% der Befragten befindet sich aktuell schon in Kurzarbeit. Aus dieser Situation entstehen große finanzielle Sorgen, denn in einem ohnehin schlecht bezahlten Niedriglohnsektor stellt Kurzarbeit eine hohe finanzielle Belastung dar. Aus den Kommentaren der Befragten ist zu entnehmen, dass sich manche Arbeitgeber dieser Probleme annehmen und beispielsweise versuchen das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Es gibt aber auch Negativbeispiele in denen Arbeitgeber die Beschäftigten in unbezahlten Urlaub schicken.

  • Angestellt in ambulanter Praxis 88% 88%
  • In Kurzarbeit 62% 62%
  • Vollzeitbeschäftigte 56% 56%
  • Teilzeitbeschäftig 26% 26%
  • Mehrfachbeschäftigt 16% 16%

Netto-Monatseinkommen im Durchschnitt bei 1.187 Euro

Durchschnittlich liegt das Netto-Monatseinkommen der Befragten bei 1.187 Euro. Dabei schätzen 72% der Umfrageteilnehmer ihr persönliches Risiko hoch oder sehr hoch ein.

Große Verunsicherung herrscht bei den Umfrageteilnehmern in Bezug auf notwendige Schutzmaßnahmen während der Behandlung. Bei der Frage nach Eigen- und Patientenschutz machen sich 11% der Befragten keine Sorgen, weil sie ausreichend Material zur Verfügung haben. 38% der Befragten äußern große Sorgen, weil nicht ausreichend Schutzmaterial zur Verfügung steht. In den Kommentaren werden konkrete Ängste benannt, die sich um die Eigengefährdung und um die Gefährdung von Patienten und der eigenen Familie drehen.

  • Einschätzung persönliches Risiko hoch bis sehr hoch 72% 72%
  • Große Sorgen wegen Mangel an Schutzmaterial 38% 38%
  • Keine Sorgen über Eigen- und Patientenschutz 11% 11%
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Allgemeine Kommentare der Beschäftigten

Von der Möglichkeit eigene Anmerkungen zu machen, machten 98 der Befragten Gebrauch. Die Inhalte sind vergleichbar mit denen aus der Vorwoche. Schwierigkeiten bei der Betreuung der eigenen Kinder, unzureichende Schutzausrüstung, oder falls diese vorhanden ist fehlende Verordnungen sind wieder häufige Themen in den Kommentaren. Nach wie vor äußern viele der Befragten große Sorgen sich selbst, die Patienten oder die eigene Familie zu infizieren. Die eigene finanzielle Situation belastet ebenfalls. In einem Niedriglohnsektor zusätzlich von Kurzarbeit betroffen zu sein, ist insbesondere für junge Familien und Alleinerziehende ein existenzielles Problem. Arbeitgeber scheinen dieses Problem unterschiedlich anzugehen. Einige der Befragten berichten von unbezahltem Urlaub, andere werden von ihren ArbeitgeberInnen z.B. durch Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld unterstützt. Unverständnis wird über fehlende Handlungsempfehlungen oder widersprüchliche Aussagen von Behörden geäußert.

Hier einige Beispiele aus den Antworten:

„Als Single muss ich alle Kosten alleine tragen. Die Fixkosten bleiben gleich, aber das Einkommen ist nicht gesichert. Bei dem eh schon geringen Gehalt für Heilmittelerbringerinnen, muss ich schon jetzt auf meine Rücklagen zurückgreifen.“

„Mein Chef zahlt unser Gehalt aus seinem eigenen Privatvermögen um eine Kurzarbeit zu meiden, unter der Bedingung das die Minus Stunden später ausgeglichen werden sollen sobald wir wieder mehr zu tun haben.“

„Ich hätte gerne von der Politik eine bessere Info an die Patienten, dass Wir kein Massagesalon sind und ausreichende Hygienemaßnahmen vollziehen.“

„Ich persönlich finde es eine Sauerei, dass eine therapeutische Praxis geöffnet bleiben muss für dringliche Patienten und denen aber geraten wird, nicht zur Therapie zu erscheinen. Das widerspricht sich zur Zeit alles. Ich hoffe, dass wir alle diese Krise überstehen und gesund bleiben, sodass unsere Patienten nach der Krise auch noch einen Therapeuten haben…“

„Zwei Kinder bei Kurzarbeit-0 zu versorgen ist eine wahnsinnige Herausforderung.“

„Schwanke täglich zwischen Panik und Gelassenheit. Das geht vor allem auf die Psyche.“

„Logopädische Praxen schließen (mit Rettungsschirm). Logopädie mit Mundschutz ist unsinnig !! Und ohne Schutz gefährlich für Therapeuten und Patienten . Keiner merkt es , wir werden völlig vergessen !! 45 Minuten Therapie auf engstem Raum mit allen Altersklassen ( 3 bis 90!)“

„Durch verkürzte Arbeitszeiten der Ärzte, fehlen Verordnungen, Patienten haben Angst vor Infektion mit covid-19 und sagen vermehrt ab…wir arbeiten reduziert und sind von der Bundesregierung nicht im Rettungsschirm bedacht…ih finde das unverantwortlich für unseren Berufsstand.“

„Mein Minijob wurde mir wegen der angeordneten Schließung in einer Medizinischen Trainingstherapie gekündigt. 300 € weniger im Monat.“

„Wir sind derzeit in Kurzarbeit auf 0-Stunden-Basis. Daher war die Frage über die Risikobeurteilung schwer zu treffen, jedoch war mit ein Grund der Schließung, dass nicht ausreichend Schutzmittel zur Verfügung standen.“

„Chefin hat uns gezwungen, drei Wochen Urlaub zu nehmen.“

„Mein Chef achtet leider gar nicht auf Schutzmaßnahmen . Hier geht es darum möglichst viele Patienten zu behandeln , egal ob Risikopatienten oder Hochrisikopatienten . Es fehlt die Verantwortung für die Patienten und Mitarbeiter . Zudem Duden weiterhin Yogagruppen in der Praxis statt . Meine Chef denkt tatsächlich wir sollen normal weiterarbeiten und das alles sei nur eine normale Grippe . Was soll ich tun ?“

„Ganz ehrlich fühle ich mich einfach nur hilflos und allein gelassen… unklare Aussagen über unklare Aussagen… der gesunde Menschenverstand aber lässt mich keinen einzigen von meinen Patienten behandeln, da es kein schutzmaterial gibt. Wirtschaftlich? Nein!!! Aber die Gesundheit von mir und meinen Patienten liegt mir am Herzen….was bringt es meiner Patientin laufen zu können mit der eventualität dass sie an Corona erkrankt??? Als systemrelevant sehe ich meinen Beruf…da braucht man nicht zu diskutieren…es wäre nur an der Zeit diesen auch als solchen zu behandeln…und das gelingt nicht in dem wir trotz Risiko der Wirtschaftlichkeit halber weiterbehandelt.“

„Die Wirtschaftlichkeit und somit auch die Altersvorsorge sind seit jeher durch ständige Gesundheitsreformen und Minilöhne desaströs behandelt worden und jetzt nimmt man uns das angesammelte aus Juli 2019 bis jetzt wieder ab, schlimmer noch mit meinen 63 Jahren werde ich wohl jetzt in die Altersarmut katapultiert.“

Fazit:

Auch in der vierten Woche ändert sich an den Problemen wenig. Insgesamt hat sich die Situation etwas entspannt. Die Praxisinhaber bemühen sich verstärkt um Informationen und versuchen Schutzmaterial bereit zu stellen, um die Versorgung aufrecht zu erhalten. Die bisher erhältlichen Finanzhilfen scheinen erste Insolvenzen im April verhindert zu haben. Die Angaben der Befragten legen aber nah, dass in etwa 8 Wochen mehr als die Hälfte der Versorgungsstruktur im Heilmittelbereich dauerhaft wegbrechen könnte.
In den Praxen der ambulanten Heilmittelversorgung scheint sich die Auslastungsquote auf einem niedrigen Niveau eingependelt zu haben. Aktuell liegt diese im Durchschnitt bei 36%.
Einen großen Teil der finanziellen Belastungen tragen auch die Angestellten, von denen sich bereits 62% in Kurzarbeit befinden.
Ein Thema, welches in dieser Woche sehr häufig von Selbständigen und Beschäftigten angesprochen wurde, sind fehlende Verordnungen durch die Ärzteschaft. Dies ist auch ein klarer Trend in der Nennung von Ausfallgründen. Ebenso zeigen sich verstärkt Anzeichen für eine zunehmende psychische Belastung bei den TherapeutInnen.
Insgesamt bleibt die Feststellung, dass es weiterhin dringenden Handlungsbedarf in der Heilmittelversorgung gibt. Wichtig ist vor allem die Priorität der Therapieberufe bei der Zuteilung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln anzuheben. Die finanzielle Situation der Praxen bleibt bedrohlich auch hier besteht weiterhin Handlungsbedarf.
Auch wenn durch die Einrichtung eines Rettungsschirms die finanzielle Situation der Praxen stabilisiert werden kann, so müssen für die kommenden Wochen die offenen Fragen der Patientenversorgung in den Fokus rücken. Ohne Frage besteht eine gravierende Unterversorgung der Patienten mit Heilmitteln, deren Auswirkungen aktuell nicht abzuschätzen sind.

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Heilmittel – Die Stunde der Selbstverwaltung

Heilmittel – Die Stunde der Selbstverwaltung

Heilmittel – die Stunde der Selbstverwaltung

Nachdem Bundesgesundheitsminister Spahn in seinem „Facebook-Live“-Auftritt den Hoffnungen der Therapeutinnen und Therapeuten auf einen zweiten Rettungsschirm vorerst eine Absage erteilte, schlägt jetzt die Stunde der Selbstverwaltung.

Ein Kommentar von Volker Brünger

Die Krankenkassen, die die Versorgung ihrer Versicherten mit Heilmittelleistungen sicherstellen müssen, kennen die Probleme der Therapeutinnen und Therapeuten. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass aufgrund der Abrechnungsmodalitäten das größte Liquiditätsproblem in den Praxen noch bevorsteht und sie stehen im direkten Kontakt mit ihren Verhandlungspartnern auf Seiten der Heilmittelerbringer.

Es dürfte auch kein Geheimnis sein, dass Therapie aktuell durch Einhaltung der Hygienestandards und des Angebotes von Videotherapie organisatorisch deutlich aufwändiger und teurer ist, als dies in den Rahmenverträgen abgebildet wird.

Die Krankenkassen wissen um die Bedeutung der Heilmittelversorgung aktuell bei der Versorgung von Intensivpatienten und später bei der Rehabilitation von Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Sie wissen wie wichtig es ist, die Versorgungsstrukturen zu schützen, damit Patienten auch nach der Krisenzeit behandelt werden können.
Es wäre jetzt ein starkes Signal für eine Selbstverwaltung, die auch in Krisenzeiten handlungsfähig ist, wenn Krankenkassen proaktiv ihre Partner unterstützen und dadurch die Bereitstellung von Versorgungsstrukturen sichern.

Dazu braucht es nicht die Politik oder den guten Willen eines Ministers.

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Aktuelle Situation von Selbstständigen und Beschäftigte in der Heilmittelversorgung

Aktuelle Situation von Selbstständigen und Beschäftigte in der Heilmittelversorgung

Zusammenfassung der Befragung für Selbständige

Falschmeldungen verunsichern Patienten

Hauptausfallgrund war auch in der dritten Woche die vorsorgliche Terminabsage durch Patienten ohne das eine tatsächliche Erkrankung vorlag. Dazu beigetragen haben sicherlich unglücklich formulierte Meldungen aus den Landesbehörden speziell in Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, die die Patienten verunsichert haben. Aber auch die TherapeutInnen haben im Sinne des Patientenschutzes in Absprache mit ihren PatientInnen Behandlungstermine abgesagt. Dies war in 77% der Praxen der Fall und somit der zweit häufigste Ausfallgrund. Mit inzwischen 44% (in den Vorwochen 11% und 30%) gehören fehlende Verordnungen durch Schließung oder Überlastung von Arztpraxen zu den häufigsten Ausfallgründen. Weiterhin zu den drei häufigsten Ausfallgründen gehören Absagen von Pflegeeinrichtungen mit 56%.

  • Vorsorgliche Terminabsage durch Patienten 94% 94%
  • Absagen im Sinne des Patientenschutzes 77% 77%
  • Absage durch Pflegeeinrichtungen 56% 56%
  • Fehlende Verordnung durch Praxisschließung oder Überlastung von Arztpraxen 44% 44%

Auslastungsgrad auf 34% gesunken

Verbessert hat sich die Situation bei der Information über Schutzmaßnahmen. Hier verfügten nur noch 4% (Vorwoche 8%) der Praxen über keine Informationen, aber immer noch 51% der Selbständigen geben an, dass Schutzausrüstung fehlt. Im Mittel ist der Auslastungsgrad in den Betrieben weiter gesunken. Nach zuletzt 46% Auslastung in der Vorwoche liegt der Wert aktuell nur noch bei 34%. 45% der Praxen wollen die Versorgung aufrechterhalten, werden jedoch beim Eigen- und Patientenschutz vor große Herausforderungen gestellt. Dabei gelingt die Zusammenarbeit mit den regionalen Gesundheitsbehörden in 32% der Fälle nur mangelhaft.

  • Keine Information über Schutzmaßnahmen (Vorwoche 8%) 4% 4%
  • Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden “mangelhaft” 32% 32%
  • Auslastungsgrad in Betrieben 34% 34%
  • Probleme bei der Sicherstellung der Versorgung 45% 45%
  • Schutzausrüstung fehlt 51% 51%

Bisherige Hilfsmaßnahmen reichen nicht aus

Mit 54% sieht die Mehrheit der Befragten die aktuellen Hilfsmaßnahmen als nicht ausreichend an und hofft auf einen weiteren Rettungsschirm auf Bundesebene. Als Gründe dafür lassen sich die massiven Umsatzausfälle und fehlende Rücklagen anführen, die bei rückzahlbaren Hilfen zu Rentabilitätsproblemen führen würden, erst Recht dann, wenn als Voraussetzung für Hilfsleistungen ein Aufbrauchen aller liquiden Mittel angenommen wird. Denn aufgrund der Abrechnungsmodalitäten wird sich das akute Liquiditätsproblem in vielen Fällen erst in etwa vier Wochen zeigen. Die Befragten weisen vielfach darauf hin, dass aus diesem Grund aktuell noch keine Insolvenz droht, diese dann aber in kurzer Zeit wahrscheinlich wird. So schätzen auch 89% der Befragten ihr finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch ein. Die Quote der Praxen, die aktuell von Insolvenz bedroht sind, liegt in dieser Woche bei 12%.

Als positives Beispiel wird vereinzelt von den Befragten auf die Möglichkeit hingewiesen, jetzt Videotherapien anbieten zu können.

  • Anzahl der aktuell von Insolvenz bedrohten Praxen 12% 12%
  • Hilfsmaßnahmen nicht ausreichend 54% 54%
  • Finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch 89% 89%
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Kommentare zu den aktuellen Hilfsmaßnahmen

Von der Möglichkeit einen Kommentar in Bezug auf die Hilfsmaßnahmen geben zu können machten 592 der Befragten Gebrauch. Sehr viele beschreiben die Notwendigkeit von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, denn selbst zinsfreie Darlehen würden durch die massiven Umsatzausfälle aus dem anfänglichen Liquiditätsproblem ein Rentabilitätsproblem in der Zukunft nach sich ziehen. Bei einer Branche, die bisher wenig Möglichkeiten hatte Rücklagen zu bilden, scheint dieses Argument nachvollziehbar. Ebenso wird sehr häufig davon berichtet, dass für den Bezug von Hilfen erst Rücklagen und Barvermögen aufgebraucht werden müssen. Auch der Umstand, dass durch die Abrechnungssystematik der eigentliche Liquiditätsengpass erst im April oder Mai eintreten wird, wird häufig erwähnt und mit der Frage verknüpft, ob es dann auch noch Hilfen geben wird.

Antwortbeispiele:

„Praxis wird wahrscheinlich geschlossen, aufgrund weiterer Notwendigkeit eines Kredits, vier Wochen ist noch grade tragbar, darüber hinaus leider nicht mehr.“

„Da wir noch die Rezepte von Januar bis März abrechnen, deren Arbeit bereits getan ist, kommen wir erst im April zu dem akuten Liquiditätsproblem, haben jedoch jetzt bereits einen enormen Verlust zu tragen. Es muss eine Soforthilfe (und nicht nur einen Kredit) geben die Arbeitgeber von über 10 Mitarbeiter auch im April und Mai fördert, denn dann zeigt sich die Auswirkung der letzten Wochen und wir können unsere Arbeitnehmer und unsere Miete nicht mehr bezahlen.“

„Die entstandenen Ausfälle können nicht mehr kompensiert werden, der Behandlungszeitraum wird nur in die Länge gezogen. Das Hilfspaket II ist auf den Weg gebracht, aber die Umsetzung ist sehr langwierig, da Computer überlastet sind und es eine lange Wartezeit gibt, aber die Kosten jetzt anlaufen.“

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass ich meine privaten Rücklagen verbrauchen muss, bevor mir geholfen wird. Ich habe immer sehr sparsam gelebt und nun soll alles dabei drauf gehen? Was mache ich ohne Rücklagen?“

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Allgemeine Kommentare der Befragten

In den weiteren Kommentaren wird sehr häufig erwähnt, dass man jetzt aktuell noch nicht von Insolvenz bedroht sei, dies aber in kurzer Zeit anders zu bewerten wäre. Als positives Beispiel wird vereinzelt auf die Möglichkeit hingewiesen, jetzt Videotherapien anbieten zu können. Nach wie vor ist das Fehlen von notwendiger Schutzausrüstung ein großes Thema. Zusätzlich haben in dieser Woche widersprüchliche Aussagen über den Weiterbetrieb von Heilmittelpraxen Patienten verunsichert und zu ungeplanten Therapieabsagen geführt.

Hier einige Beispiele:

„Aktuell noch nicht von Insolvenz bedroht bezieht sich auf heute, aber nicht auf morgen. Denn wir sind in naher Zukunft von Insolvenz bedroht.“
„Klare Vorgaben und Ausstattung mit Schutzausrüstung wären von Vorteil.“

„Ich bin noch nicht von der Insolvenz betroffen, weil ich gut gewirtschaftet habe und gerade keine neuen Anschaffungen getätigt habe. Mein sparsames Leben hilft mir jetzt 1-2 Monate und muss mein Personal entlassen da meine Kosten wie Miete und Abzahlung der Kredite weiter laufen. Da ich Selbstständig bin kann ich weder in Kurzarbeit noch in die Arbeitslosigkeit, sondern mach allein weiter. Schade bei solch einem tollen Team.“

„Zur Zeit habe ich noch geringe Rücklagen in meinem Privatvermögen, die für den kommenden Monat die Praxis noch halten können. Danach muss ich die Praxis wohl schließen!“

„Die Verhandlungen bezüglich Vergütungserhöhung jetzt auszusetzen ist ein Schlag ins Gesicht. Um wirklich zu helfen, sollte man diese jetzt vorziehen, damit der Ausfall ein klein wenig abgefedert wird.“

„Die teilweise unvollständige und unspezifische Verbalisierung der möglichen Arbeit von Heilmittelerbringern führt zu einer immensen wirtschaftlichen und existenziellen Krise für selbstständige Praxisinhaber. Die Pflegeeinrichtung, Intensivpflegeeinrichtungen und Kliniken müssen dringen angehalten werden mit den speziell ausgebildeten Therapeuten zusammen zu arbeiten und/oder sich ihre Unterstützung jetzt einzuholen, um Engpässe entgegenzuwirken.“

„Uns wurde vom Gesundheitsamt die Arbeit untersagt; Ausnahme z.B. Akutpatient nach Schlaganfall, der altersbedingt keiner Risikogruppe angehört; Seit Pressekonferenz von Ministerpräsident Söder haben alle verbliebenen Patienten abgesagt. Teletherapie nur bei sehr wenig Patienten möglich und war bisher noch nicht umsetzbar.“

Zusammenfassung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung

Kurzarbeit bei 50% der Beschäftigten im Heilmittelbereich


90% der UmfrageteilnehmerInnen sind in einer Praxis in der ambulanten Heilmittelversorgung beschäftigt. Die Mehrheit bilden mit 62% Vollzeit-Beschäftigte. 23% der Befragten übt ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Etwa 13% der Angestellten sind mehrfachbeschäftigt.

Kündigungen hat es bisher nur vereinzelt gegeben, die Hälfte der Befragten befindet sich aktuell schon in Kurzarbeit. Aus dieser Situation entstehen große finanzielle Sorgen, denn in einem ohnehin schlecht bezahlten Niedriglohnsektor stellt Kurzarbeit eine hohe finanzielle Belastung dar. Aus den Kommentaren der Befragten ist zu entnehmen, dass sich manche Arbeitgeber dieser Probleme annehmen und beispielsweise versuchen das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Es gibt aber auch Negativbeispiele in denen Arbeitgeber die Beschäftigten in unbezahlten Urlaub schicken.

  • Angestellt in ambulanter Praxis 90% 90%
  • In Kurzarbeit 50% 50%
  • Vollzeitbeschäftigte 62% 62%
  • Teilzeitbeschäftig 23% 23%
  • Mehrfachbeschäftigt 13% 13%

Einbußen beim Nettoeinkommen von 38% bei den Beschäftigten


In Bezug auf ihr monatliches Bruttoeinkommen geben die Befragten unterschiedliche Einbußen an. Die Antworten reichen von unter 10% Einbußen bis zu über 80% geringeres Einkommen. Im Mittel liegt der Wert bei aktuell 38% Einkommens-Einbußen. Dabei schätzen 74% der Umfrageteilnehmer ihr persönliches Risiko hoch oder sehr hoch ein.

Große Verunsicherung herrscht bei den Umfrageteilnehmern in Bezug auf notwendige Schutzmaßnahmen während der Behandlung. Bei der Frage nach Eigen- und Patientenschutz machen sich 9% der Befragten keine Sorgen, weil sie ausreichend Material zur Verfügung haben. 43% der Befragten äußern große Sorgen, weil nicht ausreichend Schutzmaterial zur Verfügung steht. In den Kommentaren werden konkrete Ängste benannt, die sich um die Eigengefährdung und um die Gefährdung von Patienten und der eigenen Familie drehen. Vereinzelt wird bereits von Kollegen berichtet, die selbst erkrankt sind und teilweise einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.

  • Einschätzung persönliches Risiko hoch bis sehr hoch 74% 74%
  • Große Sorgen wegen Mangel an Schutzmaterial 43% 43%
  • Keine Sorgen über Eigen- und Patientenschutz 9% 9%
  • Geschätzte Einkommens-Einbußen im Mittel 38% 38%
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Allgemeine Kommentare der Beschäftigten

Von der Möglichkeit eigene Anmerkungen zu machen, machten 337 der Befragten Gebrauch. Sie beschreiben vielfach ähnliche Probleme. Diese beginnen bei Schwierigkeiten der Kinderbetreuung und enden bei ganz konkreten Ängsten, weil KollegInnen selbst mit schwerem Verlauf erkrankt sind und intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Viele der Befragten äußern große Sorge im Umgang mit Schutzmaßnahmen und berichten von der Angst sich selbst, die Patienten oder die eigene Familie zu infizieren. Die eigene finanzielle Situation belastet ebenfalls. In einem Niedriglohnsektor zusätzlich von Kurzarbeit betroffen zu sein, ist insbesondere für junge Familien und Alleinerziehende ein existenzielles Problem. Arbeitgeber scheinen dieses Problem unterschiedlich anzugehen. Einige der Befragten berichten von unbezahltem Urlaub, andere werden von ihren ArbeitgeberInnen z.B. durch Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld unterstützt. Unverständnis wird über fehlende Handlungsempfehlungen oder widersprüchliche Aussagen von Behörden geäußert.

„Wir haben geschlossen da 2 Mitarbeiter an Corona erkrankt sind einer liegt auf Intensivstation! Tests stehen aber noch aus … zu langsam?!“

„Bisher lebte die Physiotherapie von gut verdienenden Partnern. Das fällt jetzt aus. Ich denke diese Krise kann der Dolchstoß sein.“

„Unsere Hygiene Fachkraft hat sogar verboten mit Mundschutz oder der gleichen zur Beratung zu gehen. Um die Patienten nicht zu verunsichern.“

„Ich bin tierisch wütend, dass die Ministerien sich untereinander nicht absprechen und unterschiedliche Informationen rausgeben. Das Gesundheitsministerium sagt wir seien systemrelevant und sollen arbeiten. Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, die sich mit der Notbetreuung von Kindern beschäftigen, haben schriftlich die Information rausgegeben, dass wir zu den Schlüsselberufen gehören und unseren Kindern Notbetreuung zusteht. Bei Nachfrage – unser Kreis Jugendamt verweigert uns nämlich die Notbetreuung – meinte dieses Ministerium, dass sie das so allgemein für alle Heilmittelerbringer leider gar nicht meinen, sondern nur für jene, die mit Akutpatienten im Krankenhaus arbeiten. Leider fehlt das auf dem Informationschreiben. Wie kann das sein? Ich soll laut Gesundheitsamt und -ministerium weiter meine Patienten versorgen, aber ich habe keine Betreuung für meine Kinder (1 und 2) – wie soll das weitergehen? Ich bin am verzweifeln. Meine finanziellen Einbußen werden höher wenn mir nicht langsam Notbetreuung garantiert wird.“

„Musste unbezahlten Urlaub nehmen vorrübergehend. D. h. Null Einkommen.“

„Keine Schutzausrüstung und kein Plan für weiteres Vorgehen. Bin unbezahlt im Urlaub bis die Kindergärten wieder aufmachen ob mir gekündigt wird ist fraglich ziemlich ungewisse Situation ist sehr deprimierend.“

„Es fehlen klare Aussagen. Ärzte sind nicht ausreichend informiert, wollen keine Rezepte ausstellen. Dabei sollen wir doch arbeiten, sind “

systemrelevant”.

In dem kürzlich beschlossenen Rettungsschirm wurden wir nicht bedacht…Meine Kollegen und ich fühlen uns im Stich gelassen, nicht ernst genommen. Aber wir Physios kennen das ja schon…“
„In ein paar Wochen gehen uns die Schutzmaterialien aus… Es kommen nicht mehr viele Patienten… Bei den die kommen hat man immer ein schlechten Beigeschmack, wie soll man damit umgehen wenn man nur übertrage ist, jemanden infiziert und die Person daran verstirbt… warum gibt es nicht längst einen Notfallplan und eine Finanzielle Unterstützung für Therapeuten. Alle Berufsgruppen werden geschützt und unterstützt und wir die ja sooo wichtig für das Gesundheitssystem sind um die kümmert sich niemand…“

„Meine Chefs zahlen uns unberechtigt weniger Geld aus, obwohl ich volle Arbeitszeit geleistet und therapiert habe. Zum Thema Mundschutz gibt es bei uns keine Arbeitsanweisung. 25 Risikopatienten sollen aus Wirtschaftlichkeit trotzdem behandelt werden. Ich habe keine Sorge davor den Virus zu bekommen, da ich jung und gesund bin. Allerdings habe ich Sorge Überträger zu sein und dann verantwortlich zu sein wenn ein Patient wegen mir schwer erkrankt oder stirbt.“

„Das Verhältnis von der Notwendigkeit eine Therapie durchführen zu sollen/müssen zu der Gefahr sich oder auch andere zu infizieren, müsste viel deutlicher abgewogen werden. Jedoch wird, aufgrund der wirtschaftlichen Lage, dieses Verhältnis im Alltag überhaupt nicht abgewogen. Man ist aus wirtschaftlicher Sicht um jeden Patienten der kommt dankbar. Aus ethischer Sicht sollte man die Praxen nur als Notfallbetrieb (wirklich nur Akutpatienten behandeln) laufen lassen. Jetzt wo wir angeblich so systemrelevant sind, fehlt jegliche finanzielle und unterstützende Hilfe. Es bleibt das Gefühl, dass unsere Branchen komplett vergessen wird und es passt nichts zusammen!“

„Allen wird gesagt Kontakte zu vermeiden, jedoch sollen wir weiter normal arbeiten als Physiotherapeuten. Die Patienten sind verunsichert und sagen ihre Termine ab. Das passt nicht zusammen. Weiter werden wir bis jetzt nicht mit finanziellen Mitteln unterstützt und immer nur hingehalten.“

„Unsere Chefin versucht uns Alle ohne persönliche Einbußen zu retten. Ich weiß nicht ob sie es am Ende übersteht.“

Fazit:

Auch in der dritten Woche bleibt als Fazit nur die Aussage, dass TherapeutInnen weiterhin mit finanziellen Belastungen und organisatorischen Fragen allein gelassen werden. Zwar scheinen die bisher aufgelegten Hilfsmittel die finanzielle Situation etwas zu entlasten, doch die Wirkung ist in den einzelnen Bundesländern uneinheitlich.
Die Selbständigen konnten sich scheinbar mehr über Schutzmaßnahmen informieren und etwas besser ausstatten, doch in der überwiegenden Zahl bleiben Eigen- und Patientenschutz eine große Herausforderung.
Die finanzielle Situation der Praxen bleibt bedrohlich. Durch die Abrechnungsmodalitäten könnte sich das Liquiditätsproblem mit Verzögerung zeigen. Wenn jetzt eigene Rücklagen aufgebraucht werden müssen, um Landeshilfen beantragen zu können, so kommen diese Hilfen für viele Praxen evtl. zu spät. Auch die mittlere Auslastungsquote von 34% zeigt den deutlichen Umsatzausfall in den Betrieben. Aufgrund fehlender Rücklagen besteht die Gefahr, dass in der Branche ein nachhaltiges Rentabilitätsproblem entsteht, zumal die Entwicklung der Nachfrage nach therapeutischen Leistungen aufgrund der Abhängigkeit von ärztlichen Verordnungen derzeit nicht abzuschätzen ist.
Speziell die Mitarbeiter leiden unter konkreten Einkommensverlusten und leider auch vielfach unter ungenügender Ausstattung mit Schutzmaterialien oder unzureichender Prozesse im Bereich des Hygienemanagements.
Durch unterschiedliche und teilweise falsche Aussagen von Landesbehörden wurden zusätzlich Patienten verunsichert und so kam es speziell in Bayern, Niedersachsen. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen zu ungeplanten Terminabsagen. In der Folge bleiben viele Patienten ohne Behandlung.

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Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Mengenentwicklung in der Heilmittelversorgung 3. Quartal 2019

Versorgungsmonitor Heilmittel

 

Auf Basis der Daten des GKV Heilmittelinformations-Systems (HIS) werden an dieser Stelle regelmäßig quartalsbezogen Trends in der Heilmittelversorgung dargestellt. Im Hinblick auf das tatsächliche Versorgungsgeschehen werden dabei vorrangig die Mengenentwicklungen betrachtet. Relevante Bezugsgrößen sind zu diesem Zweck die Anzahl der Verordnungen, die Anzahl der Behandlungseinheiten insgesamt und die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

 

Grundlage des GKV-HIS sind die von den Leistungserbringern übermittelten und anonymisierten Datensätze gemäß § 302 SGB V vor Prüfung und Zahlbarmachung durch die Krankenkassen.  

GKV HIS Projektbeschreibung                                                             

 

Aktuell: 3. Quartal 2019

Im ersten und zweiten Quartal 2019 waren bundesweit die Anzahl der Verordnungen und der Behandlungseinheiten in allen Heilmittelbereichen deutlich gestiegen. Erstaunlicherweise geschah dies ausgehend von einem Tiefstand im 4. Quartal 2018. Die standardmäßig im Heilmittelinformationssystem kumulierten Zahlen für das dritte Quartal 2019 zeigen eine Abflachung dieses Anstiegs, was darauf hindeutet, dass im 3. Quartal die Zahl der Behandlungseinheiten wieder rückläufig war. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man die Zahlen pro Quartal separat betrachtet. (Abb.1 bis 4). In den Leistungsbereichen der Physiotherapie und der Logopädie gingen die Quartalszahlen der erbrachten Behandlungseinheiten größtenteils unter das Niveau der Vorjahre zurück.

Auffällig bleiben weiterhin große regionale Unterschiede in der Versorgung. Während das Defizit bei den Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten in Hamburg in allen Heilmittelbereichen im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen hat, war in anderen Bundesländern weiterhin ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Allerdings ging die Zahl der Behandlungseinheiten auf Basis der reinen Quartalszahlen nicht nur im Bundestrend zurück. Auch in Mecklenburg-Vorpommern fiel die Anzahl der Behandlungseinheiten etwa auf das Niveau des dritten Quartals 2018.

Insgesamt zeigen die Zahlen keine nachhaltige Trendwende zu höheren Versorgungsquoten in der Heilmittelversorgung. Der teilweise deutliche Anstieg aus dem ersten und zweiten Quartal 2019 könnte tatsächlich als eine Vorwegnahme von Behandlungen vor dem Inkrafttreten der bundeseinheitlichen Höchstpreise zum 1.7.2019 (https://www.gkv-heilmittel.de/fuer_heilmittelerbringer/heilmittelpreise/heilmittelpreise.jsp) interpretiert werden. Genaueres werden eventuell die Daten aus dem vierten Quartal zeigen.

 

 

Physiotherapie 3. Quartal 2019

Ergotherapie 3.Quartal 2019

Logopädie 3. Quartal 2019

Podologie 3. Quartal 2019

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Auswirkungen von Sars-CoV-2 auf die Heilmittelversorgung – Analyse 16.03.-21.03.2020

Auswirkungen von Sars-CoV-2 auf die Heilmittelversorgung – Analyse 16.03.-21.03.2020

Auswirkungen des Corona-Virus auf die Heilmittelversorgung

Online Kurzbefragung für selbständige Heilmittelerbringer für den Zeitraum vom 16.-20.03.2020 (Woche 2)

 

In Anlehnung an die in der Vorwoche durchgeführte Online-Befragung wurden die teilnehmenden Heilmittelerbringer gebeten Angaben zu Ausfallgründen und zu Themen wie Auslastung, wirtschaftlichem Risiko und Erfahrungen mit Gesundheitsbehörden zu machen. Aufgrund der vielen persönlichen Rückmeldungen wurde in dieser Woche zusätzlich die Möglichkeit einer Kommentarfunktion eingeführt von der 358 Befragte Gebrauch machten. Insgesamt lag die Teilnehmerzahl mit 1791 weit über der Zahl der Umfrageteilnehmer der Vorwoche mit 710 Teilnehmern. Die größten Gruppen stellten die Physiotherapie mit 53% und die Ergotherapie mit 28% der TeilnehmerInnen.

Bei der Frage nach der Betriebsgröße stellten Kleinunternehmen mit 4 bis 10 MitarbeiterInnen mit knapp 40% die größte Gruppe dar. (Abb.1)

(Abb.1 Verteilung nach Betriebsgrößen)

Fehlende Kinderbetreuung als zusätzlicher Ausfallgrund

Befragt nach den häufigsten Ausfallgründen gaben die Teilnehmer als Hauptgrund mit 95% (Vorwoche 77%) die vorsorgliche Terminabsage durch Patienten an, obwohl keine Erkrankung akut vorlag. Aber die TherapeutInnen übernahmen auch vorsorglich Verantwortung und sagten von sich aus in Absprache mit den Patienten und Patientinnen in 74% (Vorwoche 52%) ab. Auch Absagen durch generelle Besuchsverbote oder Absagen von Einzelterminen in Pflegeeinrichtungen waren wieder mit knapp 59% (Vorwoche 52%) der dritthäufigste Ausfallgrund. Von 11% auf knapp 30% sind die Ausfälle aufgrund der Überlastung der ärztlichen Praxen angestiegen. Neu hinzugekommen sind Terminausfälle wegen fehlender Kinderbetreuung bei TherapeutInnen. Dieses Problem betraf mit knapp 20% jeden fünften Betrieb. Deutlich häufiger trat mit 27% (Vorwoche 12%) auch der Fall ein, dass Patienten sich in Quarantäne befanden (Abb.2).

(Abb.2 Ausfallgründe)

(Abb.3 Umsetzungsstand von Schutzmaßnahmen)

Es fehlt an Schutzmaßnahmen

Bei der Frage nach dem Umsetzungsstand der Schutzmaßnahmen gaben 8% der Betriebe an über keine Informationen zu verfügen. 19% wussten nicht, welche Maßnahmen konkret einzuhalten sind und orientierten sich an den bisherigen Hygieneplänen. Mit 56% gab die Mehrheit der Betriebe an, dass sie zwar über aktuell notwendige Schutzmaßnahmen informiert seien, es aber an Material fehle. Nur 15% haben aktuell ausreichend Material und können Schutzmaßnahmen einhalten (Abb.3).

Auslastungsquote im Mittel bei 46%

Der Auslastungsgrad wurde erwartungsgemäß sehr unterschiedlich beziffert. Mit knapp 18% war eine Auslastung von 41% bis 50% am häufigsten. 113 Praxen bezifferten den Auslastungsgrad noch mit über 80%, während mit 117 Betrieben knapp 7% eine Auslastung von unter 10% angaben. Im arithmetrischen Mittel lag die Auslastungsquote bei ca. 46%. (Abb.4).

(Abb.4 Auslastungsgrad)

(Abb.5 Praxisschließungen)

Mehrheit versucht die Versorgung aufrecht zu erhalten

Viel diskutiert wurde in der letzten Woche das Thema Praxisschließungen. 6% der Betriebe haben bereits vorsorglich geschlossen. 12% erwägen einer Schließung aufgrund fehlender Schutzausrüstung. 26% zeigen sich verunsichert und wünschen sich konkrete Empfehlungen oder Handlungsanweisungen. Mit 41% wollen die Mehrheit der Inhaber die Versorgung weiter aufrechterhalten, wobei sie der Schutz von Behandlern und Patienten vor eine grosse Herausforderung stellt. Nur 6% der Befragten geben an, dass sie den Betrieb weiterhin geöffnet halten können und dabei den Schutz von Patienten und Behandlern sicherstellen können (Abb.5)

Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden “mangelhaft”

Gerade in Fragen von Patienten- und Eigenschutz suchen TherapeutInnen vermehrt Kontakt zu den Gesundheitsämtern. Die Bewertung der Kontakte fällt dabei wenig positiv aus. Mit 31% bewertet die Mehrheit der Befragten den Kontakt mit „mangelhaft“. 28% sahen bisher keinen Grund für eine Kontaktaufnahme. Bei 14% ist eine Kontaktaufnahme bisher nicht gelungen (Abb.6)

(Abb.6 Kontakt mit Gesundheitsämtern)

Finanzielles Risiko

Den Blick auf die finanziellen Belastungen sehen die meisten Befragten sehr kritisch. Insgesamt 94% schätze das finanzielle Risiko hoch oder sehr hoch für ihre Betriebe ein (Abb.7)

Insolvenz

Dabei sehen sich schon jetzt 18% der Befragten von Insolvenz bedroht. 59% sehen das derzeit noch nicht so und 22 % können dazu keine Angaben machen. (Abb. 8)

Umfrageteilnehmer beschreiben ihre Sorgen

In den Kommentaren spiegelt sich teilweise die Verzweiflung der Befragten wider. Vielfach wird auf die schwierige finanzielle Situation hingewiesen und es wird ein schnelles Handeln seitens der Politik gefordert. Man fühlt sich allein gelassen. Viele der Befragten äußern große Sorge darüber, dass sie aktuell noch nicht von Insolvenz bedroht sind, dies sich jedoch in wenigen Wochen ändern könne. In diesem Zusammenhang erfolgt auch die Forderung nach echten Zuschüssen und Hilfen. Kredite würden aufgrund der nach wie vor fehlenden Rücklagen das Ausfallproblem nur auf die Zukunft verschieben. Es überwiegt auch die Frage nach dem Eigenschutz und dem Schutz der Patienten. Hier fordern die Befragten Hilfestellung auch bei der Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln. Es wird darauf hingewiesen, dass klare Regelungen für die Aufrechterhaltung der Versorgung fehlen, diese werden eingefordert. Als zusätzliche Belastung werden uneinheitliche Informationen und teilweise unterschiedliche Meldung über mögliche Schließungen seitens der Landes- und Gesundheitsbehörden beschrieben.

 

Hier einige Beispiele:

„Die erhöhte Ansteckungsgefahr (Nahkontakt/fehlende Schutzausrüstung) und Möglichkeit durch meine Arbeit nicht Leben zu verbessern, sondern vielleicht sogar an der Verbreitung des Covid 19 Erregers beteiligt zu sein und somit Leben zu gefährden bereitet mir und meinen Mitarbeiterinnen große Sorgen und emotionalen Druck. Wir sind an der Belastungsgrenze!“

„Nächste Woche habe ich 10% Auslastung und 100% Kosten.“

„In Bayern haben wir für die Folgewoche aufgrund der Fernsehansage von Söder, dass die Praxen geschlossen werden, absolutes Chaos. Bis zu diesem Moment war unsere Folgewoche super organisiert und wir waren gut im Kontakt mit unseren Klienten. Von Regierungsseite, Verband und Buchner wurde diese Aussage noch nicht bestätigt. Klienten sagen ohne Unterlass für die Folgewoche ab, da die Panik jetzt so richtig angefacht wurde. Auch Klienten, die keinerlei Risiko haben, wenn sie zur Behandlung erscheinen aufgrund der gut umgesetzten Hygienemaßnahmen. Daraufhin habe ich meinen Betrieb für die nächsten 2 Wochen in Betriebsurlaub geschickt, um Zeit zu gewinnen. Eine Mitarbeiterin arbeitet noch in der Telemedizinischen Versorgung. Das Sekretariat ist noch besetzt. Ich überschlage mich vor Arbeit. Ich frage mich, ob die Politik und die Medien das dementieren, wenn es nicht stimmt und wie die Entschädigung dafür aussehen soll, die durch diese Aussage entstanden ist.“

„Schließung aus ethischen und moralischen Gründen! Das bin ich meinen Patienten und der Gesellschaft schuldig! Keine Versorgung mit Schutzmaterial, keine Vorschrift vom Verband! Und Kollegen behandeln munter weiter! Wie kann sowas sein?“

„Es fehlt absolut an einheitlichen Informationen“

„Ich fühle mich hin- und hergerissen. Einerseits würde uns eine Praxisschließung schützen, andererseits stehen wir für die meisten Patienten, und das sind bei mir Schmerzpatienten, unseren Mann bzw. Frau. Erfüllen also unseren Auftrag.“

„Ich möchte, dass Ärzte und Patienten durch die offiziellen Entscheidungsträger informiert werden, dass die therapeutischen Einrichtungen geöffnet sind – zum Wohlergehen der Betroffenen. Der Grund für die ärztlich verordnete Therapie ist nicht durch Corona verschwunden. Das Risiko ist auch für die Therapeuten hoch, sich zu infizieren, dennoch sind wir bereit, weiterhin helfend zu wirken. Niemand geht freiwillig und aus reinem Profitgedanken ein gesundheitliches Risiko ein. Daher ist davon auszugehen, dass die Patienten, die einbestellt werden, einen unbedingten Therapiebedarf haben.“

„Wir haben Sorge für uns und unsere Patienten zu tragen. Das ist zur Zeit nicht sichergestellt“

„Ansteckung Risiko in Kombination mit fehlender Schutzausrüstung macht ein sicheres behandeln unmöglich aber eine Schließung ohne finanzielle Unterstützung führt zwangsläufig zu einer Insolvenz im nächsten Quartal“

„Diese Krise zeigt erneut die Schwachpunkte im Bereich der Heilmittelversorgung sehr deutlich auf. Der Gedanke zum Berufsausstieg wird wie seit Jahren weiter genährt. Ich weiß auch nicht wie man Eltern erklären soll dass ihre Kinder zwar nicht in die Kita / Schule dürfen, aber bitte weiter zur Therapie gehen sollen! Das Risiko dem ich die Patienten & mich aussetze durch Betriebsoffenhaltung kann ich nur wegen der enormen Existenzangst unter erhöhten fraglichen Hygienemaßnahmen tolerieren. Kein gutes Gefühl.“

Fazit:

TherapeutInnen dürfen mit finanziellen Belastungen und organisatorischen Fragen nicht allein gelassen werden. Das war das Fazit der letzten Woche, an dem sich im Prinzip nichts geändert hat. In der Krise fehlt es an klaren Handlungsanweisungen. Es gibt zu viele falsche oder uneinheitliche Information. Es fehlt an ausreichendem Schutzmaterial und die Angst vor finanziellen Schäden ist nach wie vor groß bei den TherapeutInnen. Die Kommunikation mit den Gesundheitsbehörden gelingt nur schlecht.

Das Fazit für diese Woche lautet demnach: TherapeutInnen wurden mit finanziellen Belastungen und organisatorischen Fragen bisher allein gelassen.

Unter den gegebenen Umständen ist die Versorgung der PatienInnen  aktuell und in der Zukunft hochgradig gefährdet.

A

Download der Umfrageergebnisse als Pdf

%

Auslastungsquote im Mittel

%

Vorsorgliche Absage von Patienten von Patienten (Vorwoche 77%)

%

Schätzen das wirtschaftliche Risiko hoch bis sehr hoch ein

%

Können die Versorgung unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen sicherstellen

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