Zusammenfassung der Befragung für Selbständige

Falschmeldungen verunsichern Patienten

Hauptausfallgrund war auch in der dritten Woche die vorsorgliche Terminabsage durch Patienten ohne das eine tatsächliche Erkrankung vorlag. Dazu beigetragen haben sicherlich unglücklich formulierte Meldungen aus den Landesbehörden speziell in Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, die die Patienten verunsichert haben. Aber auch die TherapeutInnen haben im Sinne des Patientenschutzes in Absprache mit ihren PatientInnen Behandlungstermine abgesagt. Dies war in 77% der Praxen der Fall und somit der zweit häufigste Ausfallgrund. Mit inzwischen 44% (in den Vorwochen 11% und 30%) gehören fehlende Verordnungen durch Schließung oder Überlastung von Arztpraxen zu den häufigsten Ausfallgründen. Weiterhin zu den drei häufigsten Ausfallgründen gehören Absagen von Pflegeeinrichtungen mit 56%.

  • Vorsorgliche Terminabsage durch Patienten 94% 94%
  • Absagen im Sinne des Patientenschutzes 77% 77%
  • Absage durch Pflegeeinrichtungen 56% 56%
  • Fehlende Verordnung durch Praxisschließung oder Überlastung von Arztpraxen 44% 44%

Auslastungsgrad auf 34% gesunken

Verbessert hat sich die Situation bei der Information über Schutzmaßnahmen. Hier verfügten nur noch 4% (Vorwoche 8%) der Praxen über keine Informationen, aber immer noch 51% der Selbständigen geben an, dass Schutzausrüstung fehlt. Im Mittel ist der Auslastungsgrad in den Betrieben weiter gesunken. Nach zuletzt 46% Auslastung in der Vorwoche liegt der Wert aktuell nur noch bei 34%. 45% der Praxen wollen die Versorgung aufrechterhalten, werden jedoch beim Eigen- und Patientenschutz vor große Herausforderungen gestellt. Dabei gelingt die Zusammenarbeit mit den regionalen Gesundheitsbehörden in 32% der Fälle nur mangelhaft.

  • Keine Information über Schutzmaßnahmen (Vorwoche 8%) 4% 4%
  • Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden “mangelhaft” 32% 32%
  • Auslastungsgrad in Betrieben 34% 34%
  • Probleme bei der Sicherstellung der Versorgung 45% 45%
  • Schutzausrüstung fehlt 51% 51%

Bisherige Hilfsmaßnahmen reichen nicht aus

Mit 54% sieht die Mehrheit der Befragten die aktuellen Hilfsmaßnahmen als nicht ausreichend an und hofft auf einen weiteren Rettungsschirm auf Bundesebene. Als Gründe dafür lassen sich die massiven Umsatzausfälle und fehlende Rücklagen anführen, die bei rückzahlbaren Hilfen zu Rentabilitätsproblemen führen würden, erst Recht dann, wenn als Voraussetzung für Hilfsleistungen ein Aufbrauchen aller liquiden Mittel angenommen wird. Denn aufgrund der Abrechnungsmodalitäten wird sich das akute Liquiditätsproblem in vielen Fällen erst in etwa vier Wochen zeigen. Die Befragten weisen vielfach darauf hin, dass aus diesem Grund aktuell noch keine Insolvenz droht, diese dann aber in kurzer Zeit wahrscheinlich wird. So schätzen auch 89% der Befragten ihr finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch ein. Die Quote der Praxen, die aktuell von Insolvenz bedroht sind, liegt in dieser Woche bei 12%.

Als positives Beispiel wird vereinzelt von den Befragten auf die Möglichkeit hingewiesen, jetzt Videotherapien anbieten zu können.

  • Anzahl der aktuell von Insolvenz bedrohten Praxen 12% 12%
  • Hilfsmaßnahmen nicht ausreichend 54% 54%
  • Finanzielles Risiko hoch oder sehr hoch 89% 89%
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Kommentare zu den aktuellen Hilfsmaßnahmen

Von der Möglichkeit einen Kommentar in Bezug auf die Hilfsmaßnahmen geben zu können machten 592 der Befragten Gebrauch. Sehr viele beschreiben die Notwendigkeit von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, denn selbst zinsfreie Darlehen würden durch die massiven Umsatzausfälle aus dem anfänglichen Liquiditätsproblem ein Rentabilitätsproblem in der Zukunft nach sich ziehen. Bei einer Branche, die bisher wenig Möglichkeiten hatte Rücklagen zu bilden, scheint dieses Argument nachvollziehbar. Ebenso wird sehr häufig davon berichtet, dass für den Bezug von Hilfen erst Rücklagen und Barvermögen aufgebraucht werden müssen. Auch der Umstand, dass durch die Abrechnungssystematik der eigentliche Liquiditätsengpass erst im April oder Mai eintreten wird, wird häufig erwähnt und mit der Frage verknüpft, ob es dann auch noch Hilfen geben wird.

Antwortbeispiele:

„Praxis wird wahrscheinlich geschlossen, aufgrund weiterer Notwendigkeit eines Kredits, vier Wochen ist noch grade tragbar, darüber hinaus leider nicht mehr.“

„Da wir noch die Rezepte von Januar bis März abrechnen, deren Arbeit bereits getan ist, kommen wir erst im April zu dem akuten Liquiditätsproblem, haben jedoch jetzt bereits einen enormen Verlust zu tragen. Es muss eine Soforthilfe (und nicht nur einen Kredit) geben die Arbeitgeber von über 10 Mitarbeiter auch im April und Mai fördert, denn dann zeigt sich die Auswirkung der letzten Wochen und wir können unsere Arbeitnehmer und unsere Miete nicht mehr bezahlen.“

„Die entstandenen Ausfälle können nicht mehr kompensiert werden, der Behandlungszeitraum wird nur in die Länge gezogen. Das Hilfspaket II ist auf den Weg gebracht, aber die Umsetzung ist sehr langwierig, da Computer überlastet sind und es eine lange Wartezeit gibt, aber die Kosten jetzt anlaufen.“

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass ich meine privaten Rücklagen verbrauchen muss, bevor mir geholfen wird. Ich habe immer sehr sparsam gelebt und nun soll alles dabei drauf gehen? Was mache ich ohne Rücklagen?“

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Allgemeine Kommentare der Befragten

In den weiteren Kommentaren wird sehr häufig erwähnt, dass man jetzt aktuell noch nicht von Insolvenz bedroht sei, dies aber in kurzer Zeit anders zu bewerten wäre. Als positives Beispiel wird vereinzelt auf die Möglichkeit hingewiesen, jetzt Videotherapien anbieten zu können. Nach wie vor ist das Fehlen von notwendiger Schutzausrüstung ein großes Thema. Zusätzlich haben in dieser Woche widersprüchliche Aussagen über den Weiterbetrieb von Heilmittelpraxen Patienten verunsichert und zu ungeplanten Therapieabsagen geführt.

Hier einige Beispiele:

„Aktuell noch nicht von Insolvenz bedroht bezieht sich auf heute, aber nicht auf morgen. Denn wir sind in naher Zukunft von Insolvenz bedroht.“
„Klare Vorgaben und Ausstattung mit Schutzausrüstung wären von Vorteil.“

„Ich bin noch nicht von der Insolvenz betroffen, weil ich gut gewirtschaftet habe und gerade keine neuen Anschaffungen getätigt habe. Mein sparsames Leben hilft mir jetzt 1-2 Monate und muss mein Personal entlassen da meine Kosten wie Miete und Abzahlung der Kredite weiter laufen. Da ich Selbstständig bin kann ich weder in Kurzarbeit noch in die Arbeitslosigkeit, sondern mach allein weiter. Schade bei solch einem tollen Team.“

„Zur Zeit habe ich noch geringe Rücklagen in meinem Privatvermögen, die für den kommenden Monat die Praxis noch halten können. Danach muss ich die Praxis wohl schließen!“

„Die Verhandlungen bezüglich Vergütungserhöhung jetzt auszusetzen ist ein Schlag ins Gesicht. Um wirklich zu helfen, sollte man diese jetzt vorziehen, damit der Ausfall ein klein wenig abgefedert wird.“

„Die teilweise unvollständige und unspezifische Verbalisierung der möglichen Arbeit von Heilmittelerbringern führt zu einer immensen wirtschaftlichen und existenziellen Krise für selbstständige Praxisinhaber. Die Pflegeeinrichtung, Intensivpflegeeinrichtungen und Kliniken müssen dringen angehalten werden mit den speziell ausgebildeten Therapeuten zusammen zu arbeiten und/oder sich ihre Unterstützung jetzt einzuholen, um Engpässe entgegenzuwirken.“

„Uns wurde vom Gesundheitsamt die Arbeit untersagt; Ausnahme z.B. Akutpatient nach Schlaganfall, der altersbedingt keiner Risikogruppe angehört; Seit Pressekonferenz von Ministerpräsident Söder haben alle verbliebenen Patienten abgesagt. Teletherapie nur bei sehr wenig Patienten möglich und war bisher noch nicht umsetzbar.“

Zusammenfassung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung

Kurzarbeit bei 50% der Beschäftigten im Heilmittelbereich


90% der UmfrageteilnehmerInnen sind in einer Praxis in der ambulanten Heilmittelversorgung beschäftigt. Die Mehrheit bilden mit 62% Vollzeit-Beschäftigte. 23% der Befragten übt ihre Tätigkeit in Teilzeit aus. Etwa 13% der Angestellten sind mehrfachbeschäftigt.

Kündigungen hat es bisher nur vereinzelt gegeben, die Hälfte der Befragten befindet sich aktuell schon in Kurzarbeit. Aus dieser Situation entstehen große finanzielle Sorgen, denn in einem ohnehin schlecht bezahlten Niedriglohnsektor stellt Kurzarbeit eine hohe finanzielle Belastung dar. Aus den Kommentaren der Befragten ist zu entnehmen, dass sich manche Arbeitgeber dieser Probleme annehmen und beispielsweise versuchen das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Es gibt aber auch Negativbeispiele in denen Arbeitgeber die Beschäftigten in unbezahlten Urlaub schicken.

  • Angestellt in ambulanter Praxis 90% 90%
  • In Kurzarbeit 50% 50%
  • Vollzeitbeschäftigte 62% 62%
  • Teilzeitbeschäftig 23% 23%
  • Mehrfachbeschäftigt 13% 13%

Einbußen beim Nettoeinkommen von 38% bei den Beschäftigten


In Bezug auf ihr monatliches Bruttoeinkommen geben die Befragten unterschiedliche Einbußen an. Die Antworten reichen von unter 10% Einbußen bis zu über 80% geringeres Einkommen. Im Mittel liegt der Wert bei aktuell 38% Einkommens-Einbußen. Dabei schätzen 74% der Umfrageteilnehmer ihr persönliches Risiko hoch oder sehr hoch ein.

Große Verunsicherung herrscht bei den Umfrageteilnehmern in Bezug auf notwendige Schutzmaßnahmen während der Behandlung. Bei der Frage nach Eigen- und Patientenschutz machen sich 9% der Befragten keine Sorgen, weil sie ausreichend Material zur Verfügung haben. 43% der Befragten äußern große Sorgen, weil nicht ausreichend Schutzmaterial zur Verfügung steht. In den Kommentaren werden konkrete Ängste benannt, die sich um die Eigengefährdung und um die Gefährdung von Patienten und der eigenen Familie drehen. Vereinzelt wird bereits von Kollegen berichtet, die selbst erkrankt sind und teilweise einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.

  • Einschätzung persönliches Risiko hoch bis sehr hoch 74% 74%
  • Große Sorgen wegen Mangel an Schutzmaterial 43% 43%
  • Keine Sorgen über Eigen- und Patientenschutz 9% 9%
  • Geschätzte Einkommens-Einbußen im Mittel 38% 38%
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Allgemeine Kommentare der Beschäftigten

Von der Möglichkeit eigene Anmerkungen zu machen, machten 337 der Befragten Gebrauch. Sie beschreiben vielfach ähnliche Probleme. Diese beginnen bei Schwierigkeiten der Kinderbetreuung und enden bei ganz konkreten Ängsten, weil KollegInnen selbst mit schwerem Verlauf erkrankt sind und intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Viele der Befragten äußern große Sorge im Umgang mit Schutzmaßnahmen und berichten von der Angst sich selbst, die Patienten oder die eigene Familie zu infizieren. Die eigene finanzielle Situation belastet ebenfalls. In einem Niedriglohnsektor zusätzlich von Kurzarbeit betroffen zu sein, ist insbesondere für junge Familien und Alleinerziehende ein existenzielles Problem. Arbeitgeber scheinen dieses Problem unterschiedlich anzugehen. Einige der Befragten berichten von unbezahltem Urlaub, andere werden von ihren ArbeitgeberInnen z.B. durch Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld unterstützt. Unverständnis wird über fehlende Handlungsempfehlungen oder widersprüchliche Aussagen von Behörden geäußert.

„Wir haben geschlossen da 2 Mitarbeiter an Corona erkrankt sind einer liegt auf Intensivstation! Tests stehen aber noch aus … zu langsam?!“

„Bisher lebte die Physiotherapie von gut verdienenden Partnern. Das fällt jetzt aus. Ich denke diese Krise kann der Dolchstoß sein.“

„Unsere Hygiene Fachkraft hat sogar verboten mit Mundschutz oder der gleichen zur Beratung zu gehen. Um die Patienten nicht zu verunsichern.“

„Ich bin tierisch wütend, dass die Ministerien sich untereinander nicht absprechen und unterschiedliche Informationen rausgeben. Das Gesundheitsministerium sagt wir seien systemrelevant und sollen arbeiten. Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, die sich mit der Notbetreuung von Kindern beschäftigen, haben schriftlich die Information rausgegeben, dass wir zu den Schlüsselberufen gehören und unseren Kindern Notbetreuung zusteht. Bei Nachfrage – unser Kreis Jugendamt verweigert uns nämlich die Notbetreuung – meinte dieses Ministerium, dass sie das so allgemein für alle Heilmittelerbringer leider gar nicht meinen, sondern nur für jene, die mit Akutpatienten im Krankenhaus arbeiten. Leider fehlt das auf dem Informationschreiben. Wie kann das sein? Ich soll laut Gesundheitsamt und -ministerium weiter meine Patienten versorgen, aber ich habe keine Betreuung für meine Kinder (1 und 2) – wie soll das weitergehen? Ich bin am verzweifeln. Meine finanziellen Einbußen werden höher wenn mir nicht langsam Notbetreuung garantiert wird.“

„Musste unbezahlten Urlaub nehmen vorrübergehend. D. h. Null Einkommen.“

„Keine Schutzausrüstung und kein Plan für weiteres Vorgehen. Bin unbezahlt im Urlaub bis die Kindergärten wieder aufmachen ob mir gekündigt wird ist fraglich ziemlich ungewisse Situation ist sehr deprimierend.“

„Es fehlen klare Aussagen. Ärzte sind nicht ausreichend informiert, wollen keine Rezepte ausstellen. Dabei sollen wir doch arbeiten, sind “

systemrelevant”.

In dem kürzlich beschlossenen Rettungsschirm wurden wir nicht bedacht…Meine Kollegen und ich fühlen uns im Stich gelassen, nicht ernst genommen. Aber wir Physios kennen das ja schon…“
„In ein paar Wochen gehen uns die Schutzmaterialien aus… Es kommen nicht mehr viele Patienten… Bei den die kommen hat man immer ein schlechten Beigeschmack, wie soll man damit umgehen wenn man nur übertrage ist, jemanden infiziert und die Person daran verstirbt… warum gibt es nicht längst einen Notfallplan und eine Finanzielle Unterstützung für Therapeuten. Alle Berufsgruppen werden geschützt und unterstützt und wir die ja sooo wichtig für das Gesundheitssystem sind um die kümmert sich niemand…“

„Meine Chefs zahlen uns unberechtigt weniger Geld aus, obwohl ich volle Arbeitszeit geleistet und therapiert habe. Zum Thema Mundschutz gibt es bei uns keine Arbeitsanweisung. 25 Risikopatienten sollen aus Wirtschaftlichkeit trotzdem behandelt werden. Ich habe keine Sorge davor den Virus zu bekommen, da ich jung und gesund bin. Allerdings habe ich Sorge Überträger zu sein und dann verantwortlich zu sein wenn ein Patient wegen mir schwer erkrankt oder stirbt.“

„Das Verhältnis von der Notwendigkeit eine Therapie durchführen zu sollen/müssen zu der Gefahr sich oder auch andere zu infizieren, müsste viel deutlicher abgewogen werden. Jedoch wird, aufgrund der wirtschaftlichen Lage, dieses Verhältnis im Alltag überhaupt nicht abgewogen. Man ist aus wirtschaftlicher Sicht um jeden Patienten der kommt dankbar. Aus ethischer Sicht sollte man die Praxen nur als Notfallbetrieb (wirklich nur Akutpatienten behandeln) laufen lassen. Jetzt wo wir angeblich so systemrelevant sind, fehlt jegliche finanzielle und unterstützende Hilfe. Es bleibt das Gefühl, dass unsere Branchen komplett vergessen wird und es passt nichts zusammen!“

„Allen wird gesagt Kontakte zu vermeiden, jedoch sollen wir weiter normal arbeiten als Physiotherapeuten. Die Patienten sind verunsichert und sagen ihre Termine ab. Das passt nicht zusammen. Weiter werden wir bis jetzt nicht mit finanziellen Mitteln unterstützt und immer nur hingehalten.“

„Unsere Chefin versucht uns Alle ohne persönliche Einbußen zu retten. Ich weiß nicht ob sie es am Ende übersteht.“

Fazit:

Auch in der dritten Woche bleibt als Fazit nur die Aussage, dass TherapeutInnen weiterhin mit finanziellen Belastungen und organisatorischen Fragen allein gelassen werden. Zwar scheinen die bisher aufgelegten Hilfsmittel die finanzielle Situation etwas zu entlasten, doch die Wirkung ist in den einzelnen Bundesländern uneinheitlich.
Die Selbständigen konnten sich scheinbar mehr über Schutzmaßnahmen informieren und etwas besser ausstatten, doch in der überwiegenden Zahl bleiben Eigen- und Patientenschutz eine große Herausforderung.
Die finanzielle Situation der Praxen bleibt bedrohlich. Durch die Abrechnungsmodalitäten könnte sich das Liquiditätsproblem mit Verzögerung zeigen. Wenn jetzt eigene Rücklagen aufgebraucht werden müssen, um Landeshilfen beantragen zu können, so kommen diese Hilfen für viele Praxen evtl. zu spät. Auch die mittlere Auslastungsquote von 34% zeigt den deutlichen Umsatzausfall in den Betrieben. Aufgrund fehlender Rücklagen besteht die Gefahr, dass in der Branche ein nachhaltiges Rentabilitätsproblem entsteht, zumal die Entwicklung der Nachfrage nach therapeutischen Leistungen aufgrund der Abhängigkeit von ärztlichen Verordnungen derzeit nicht abzuschätzen ist.
Speziell die Mitarbeiter leiden unter konkreten Einkommensverlusten und leider auch vielfach unter ungenügender Ausstattung mit Schutzmaterialien oder unzureichender Prozesse im Bereich des Hygienemanagements.
Durch unterschiedliche und teilweise falsche Aussagen von Landesbehörden wurden zusätzlich Patienten verunsichert und so kam es speziell in Bayern, Niedersachsen. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen zu ungeplanten Terminabsagen. In der Folge bleiben viele Patienten ohne Behandlung.

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27870cookie-checkAktuelle Situation von Selbstständigen und Beschäftigte in der Heilmittelversorgung